Blutzucker als Ursache von Alzheimer?

Die genaue Ursache der Demenzerkrankung Morbus Alzheimer ist bislang unklar. In einer Tierstudie fanden Forscher jetzt eine mögliche Ursache. Ein zu hoher Blutzuckerwert beschleunigt den Krankheitsprozess. Dies machten die Forscher anhand der Bildung von im Gehirn abgelagerten Proteinen fest, die bei Morbus Alzheimer typischerweise vorkommen.

 

 

Alzheimer: Proteine lagern sich im Gehirn ab

 

Die Studienergebnisse von Forschern der Washington University deuten daraufhin, dass Erkrankungen, die mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel einhergehen, die Hirnfunktion schädigen und neurologische Erkrankungen wie die Alzheimerkrankheit verschlimmern. Ein erhöhter Blutzucker liegt bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vor.

 

Bei der Alzheimererkrankung kommt es zu einer vermehrten Bildung und Ablagerung bestimmter Eiweißstoffe im Gehirn. Die Bildung der schädigenden Eiweißstoffe ließ sich bei jungen Mäusen mit einer Erhöhung des Blutzuckers beschleunigen. Bei älteren Mäusen, die bereits Eiweißablagerungen aufwiesen, zeigte sich ein noch größerer Effekt des erhöhten Blutzuckers.

 

 

Beeinflusst der Eingriff in den Hirnstoffwechsel den Krankheitsprozess?

 

Genauerer Untersuchungen zeigten, dass eine Erhöhung des Blutzuckers die Aktivität von Hirnzellen steigerte, was zu einer erhöhten Produktion der schädigenden Eiweißstoffe führte. In einem weiteren Versuch gelang es den Forschern, den Stoffwechsel im Gehirn so zu beeinflussen, dass der erhöhte Zuckerspiegel den Zellstoffwechsel nicht mehr anfeuerte und auch kein vermehrtes Protein mehr gebildet wurde.

 

Die Studie liefert damit wichtige Hinweise auf die Entstehung der Alzheimerdemenz sowie auf mögliche neue Behandlungsansätze.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.05.15Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: