Bei Wetterumschwüngen dem Körper Zeit zum Anpassen geben

Erst Temperaturen von 20 Grad und mehr und dann wieder Werte im einstelligen Bereich - das kann dem Organismus ganz schön zu schaffen machen.

Wichtig sei, sich bewusstzumachen, dass sich der Körper an den Wechsel anpassen muss und dafür etwas Zeit braucht, sagt Thomas Aßmann vom Deutschen Hausärzteverband. Der Facharzt für Innere Medizin aus Lindlar bei Köln rät: «Gehen Sie in diesen Tagen vorsichtig mit sich um, lassen Sie alles etwas langsamer angehen.»

Am Freitag hat Hoch «Gulliver» den Frühling in Deutschland eingeläutet. Das warme Wetter hält sich aber nicht lange. Am Samstag werde es nur noch im Osten wärmer als 20 Grad, sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus. Am Sonntag regnet es vielerorts bei nur noch 8 bis 15 Grad.

Kopfschmerzen und Schwindelgefühle seien bei solchen Wetterumschwüngen keine Seltenheit. Wenn es warm ist, erweitern sich die Gefäße, das Blut versackt - und der Kopf schwirrt, wie Aßmann erläutert. Wird es schlagartig kälter, läuft der umgekehrte Mechanismus ab: Die Gefäße ziehen sich zusammen, der Blutdruck steigt. Die Folge ist wieder Schwindel. Besonders Migränepatienten könne der Wetterwechsel treffen. Ihre Kopfschmerzen seien vermutlich auch vom Gefäßdurchmesser im Kopf abhängig.

Wie Aßmann rät auch die Medizin-Meteorologin Angelika Grätz vom DWD in Freiburg, das schöne Wetter zu nutzen und sich viel an der frischen Luft aufzuhalten. Das Licht rege die Ausschüttung von Serotonin, dem sogenannten Glückshormon, und von dem lebenswichtigen Vitamin D an. Bewegung draußen sei gut, allerdings sollte man es auch nicht übertreiben.

Wer weiß, dass er empfindlich auf Wetterumschwünge reagiert, sollte einfach ein bisschen zurückfahren. «Man kann sich auch mal hängenlassen, wenn man sich nicht gut fühlt», sagt Grätz. Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Rheuma, Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Ihrem ohnehin geschwächten Körper fällt die Anpassung an die veränderte Wetterlage schwerer als Gesunden. Sie sollten das Haus dann nicht unbedingt verlassen.

Quelle: dpa21.03.12Zum AnfangZurück

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