Alzheimer: Schlechter Orientierungssinn hinweisend

Probleme bei der Orientierung in neuen Umgebungen können Symptom einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung sein, noch bevor es andere Hinweise auf Demenzerscheinungen gibt.


Schlechter Kartenentwurf in fremder Umgebung

Alzheimerpatienten fällt es schwer, sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Regionen im Hirn, die für das Entwerfen von geistigen Karten der räumlichen Umgebung zuständig sind, verlieren an Masse und sind nicht mehr ausreichend gut nutzbar. Nun fand ein Forscherteam der Washington University in St. Louis heraus, dass ein schlechter Orientierungssinn bereits sehr früh hinweisend auf eine beginnende Alzheimererkrankung sein könnte.

Sie teilten die Teilnehmer ihrer Studie in drei Gruppen ein. Untersuchte der ersten Gruppe wiesen keine Symptome einer Erkrankung auf und hatten auch keine Befunde im Nervenwasser. In Gruppe zwei ordneten sich Personen ein, die klinisch unauffällig waren, jedoch Marker im Nervenwasser aufwiesen, die als hinweisend für eine beginnende Alzheimererkrankung gelten. Patienten mit bereits erkennbarer Alzheimersymptomatik bildeten die dritte Gruppe.


Virtuelles Programm bewertet räumliche Vorstellungskraft

Alle Teilnehmer durchliefen ein zweistündiges Computerprogramm, in dem sie ihre Fähigkeit unter Beweis stellten sich in fremder Umgebung zurechtzufinden. Das virtuelle Programm bewertete zum einen, wie gut eine Testperson einer vorgegebenen Route folgen und sie erlernen konnte. Zum anderen beurteilte es, ob die Person in der Lage war, eine geistige Karte der virtuellen Umgebung zu formen und zu nutzen. Die Teilnehmer hatten jeweils 20 Minuten Zeit um entweder eine bereits vorhandene Route auswendig zu lernen oder die Umgebung zu studieren und danach selbstständig ihren Weg zu einem vorgegebenen Zielort zu finden.

Personen, die Alzheimer-Marker im Nervenwasser aufwiesen, schnitten durchschnittlich schlechter ab als Teilnehmer ohne Befund. Ihnen fiel es deutlich schwerer selbstständig einen Weg durch das zuvor kennengelernte Gelände zu finden, als eine vorgegebene Route auswendig zu lernen. Dies weise darauf hin, dass der Hippocampus durch die Krankheit bereits früh in seiner Funktion beeinträchtigt wird, so Denise Head, Leiterin der Untersuchung. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.05.16Zum AnfangZurück

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