Alter der Eltern als Gesundheitsvorhersage

Wie alt jemand wird und ob er gesund altert, darüber wagt kaum einer eine Prognose. Hilfreich in der Abschätzung der Gesundheit in späteren Jahren könnte das erreichte Lebensalter der Eltern sein, ergab eine britische Studie.


Schützen die Gene vor Krankheiten?

Die Menschen in der westlichen Welt werden immer älter. 2014 lebten in den USA nach Zahlen der Administration on Aging über 46 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter waren. Bis 2060 ist mit mehr als einer Verdopplung der Senioren zu rechnen. Alterskrankheiten rücken immer mehr in den Fokus und so werden Strategien entwickelt, um diesen vorzubeugen. Lebensstilfaktoren wie schlechte Ernährung, Bewegungsmangel oder Rauchen sind Risikofaktoren für Erkrankungen im Alter. Doch welchen Einfluss nimmt das Erbe auf den Gesundheitszustand? Dieser Frage gingen Janice Atkins und Mitarbeiter der University of Exter School of Medicine nach.

Bereits in einer Studie zuvor waren die Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass die Gene Langlebiger vor einer ganzen Reihe von Erkrankungen schützen. So treten bei ihnen seltener Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes Typ 1 auf. Ergebnisse veröffentlichte das Journal "Aging".

Um herauszubekommen, wie das Elternalter die eigene Gesundheit in fortgeschrittenem Alter beeinflusst, analysierten die Forscher die Daten von 186.000 Menschen im Alter zwischen 55 und 73 Jahren im Verlauf von acht Jahren. Diese hatten Angaben zum erreichten Lebensalter ihrer Eltern und dem eigenen Gesundheitszustand beziehungsweise zu eigenen Erkrankungen etwa des Herzens oder zu Krebsleiden gemacht. 


Kinder langlebiger Eltern sind im Alter gesünder

Im Vergleich zu Menschen, deren Eltern früher starben, entwickelten Menschen mit zumindest einem altwerdenden Elternteil weniger wahrscheinlich verschiedene Herzkreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Herzversagen, Vorhofflimmern und Schlaganfall. Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte kamen seltener vor. Für alle zehn Jahre, die ein Elternteil ab einem Alter von 70 Jahren lebte, sank das Todesrisiko des Nachwuchses aufgrund einer Herzkrankheit um 20 Prozent. Darüber hinaus entwickelten Kinder langlebiger Eltern seltener Krebs. Jedes länger lebende Elternteil reduzierte das Krebsrisiko um sieben Prozent. Bei den Ergebnissen wurden mögliche Risikofaktoren berücksichtigt.

Die Studie wurde im "Journal of the American College of Cardiology" veröffenticht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.08.16Zum AnfangZurück

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