Alkoholsucht: Frühzeitiger Tod häufig

Alkoholabhängigkeit ist nicht nur mit Schäden an Organen wie Leber oder Bauchspeicheldrüse verbunden. Alkoholkranke sterben eher an einer ganzen Reihe allgemeiner Erkrankungen als Patienten ohne Suchtkrankheit, ergab eine Untersuchung in britischen Allgemeinkrankenhäusern.

 

 

Große Langzeitstudie belegt frühere Sterblichkeit

 

Die Alkoholabhängigkeit ist mit einer ganzen Reihe an körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen verbunden, so Psychiater und Psychotherapeuten des Universitätsklinikums Bonn. Demnach sterben Alkoholkranke in britischen Allgemeinkrankenhäusern aufgrund mehrerer Begleiterkrankungen durchschnittlich 7,6 Jahre früher als Menschen ohne diese Suchterkrankung. Die Forscher hatten Studien zum Thema aus sieben Krankenhäusern in Manchester ausgewertet. In Großbritannien ist der Zugang zu notwendigen Daten, die in der Studie benötigt wurden, leichter erhältlich.

  

Im Beobachtungszeitraum von 12,5 Jahren wurden die Begleiterkrankungen von über 23.000 Krankenhauspatienten mit einer Alkoholabhängigkeit erfasst uns analysiert. Der Vergleich mit über 233.000 Patienten ohne Alkoholsucht zeigt, dass Alkoholkranke deutlich häufiger an Allgemeinerkrankungen versterben.

 

 

Identifizierung aller Begleiterkrankungen oftmals unzureichend

 

Dabei handelte es sich um insgesamt 27 gehäuft auftretende Allgemeinerkrankungen. Neben Krankheiten der Leber und Bauchspeicheldrüse waren Atemwege, Magendarmtrakt und Nervensystem häufiger erkrankt. Herzkreislauferkrankungen und Linsentrübung (Grauer Star) kamen dagegen seltener vor als bei Patienten ohne Suchterkrankung.

 

Kommen Alkoholkranke als Notfall in die Klinik, werden oftmals nicht alle Erkrankungen erfasst, da die akuten Beschwerden im Vordergrund stehen. Zudem bestehen oftmals Wahrnehmungsstörungen und ein eingeschränktes Schmerzempfinden, was möglicherweise zu einer eingeschränkten Diagnostik und Identifizierung von Allgemeinerkrankungen führt, so die Forscher. Ihre Studie wurde im Fachjournal "European Psychiatry" veröffentlicht. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.04.15Zum AnfangZurück

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