Alkoholkonsum beeinträchtigt Atmung

Zuviel Alkohol ist mit verschiedenen Erkrankungen assoziiert. Offenbar beeinträchtigt exzessiver Alkoholkonsum auch die Atmung: Die abgeatmete Luft enthält weniger Stickstoffmonoxid, das aber eine wichtige Funktion besitzt.


Alkoholkonsum vermindert wichtiges Gas in Atemluft

Stickstoffmonoxid in der Atemluft hilft bei der Abwehr gefährlicher Bakterien. Das kleine Giftgasmolekül hat das Potenzial, diese zu zerstören. Starker Alkoholkonsum scheint das Gleichgewicht in der Lunge zu stören, so Pneumologe Majid Afshar der Loyola Universität.

Mit 50 Kollegen suchte er im Rahmen des "Loyola Alcohol Research Program" nach den Auswirkungen des Alkoholkonsums auf den Organismus. Im Fokus standen die molekularen, zellulären und physiologischen Reaktionen auf geringen, mäßigen und hohen Alkoholkonsum. Von Interesse waren Auswirkungen auf Hormone, Stoffwechsel, Magendarmfunktion sowie Nervensystem und Skelett.

Dafür nutzen sie die Daten von gut 12.000 Erwachsenen der großen U.S. "Centers for Disease Control and Prevention's National Health and Examination Survey (NHANES)" zwischen 2007 und 2012. Interviews und körperliche Untersuchungen ergaben, dass ein hoher Alkoholkonsum mit einer veränderten Atemluft verbunden war. Als hoher Alkoholkonsum galt das tägliche Trinken von mehr als einem Drink bei Frauen und mehr als zwei Drinks bei Männer, wie auch das sogenannte Binge-Drinking, bei dem mindestens einmal im Monat größere Mengen Alkohol getrunken werden.


Atemtests bei Asthma durch Alkoholkonsum sind aussagekräftig

Nach dieser Definition waren fast 27 Prozent der Untersuchten starke Trinker und wiesen weniger Stickstoffmonoxid in der ausgeatmeten Luft auf. Dieses Ergebnis blieb auch dann bestehen, wenn Faktoren wie Asthmaerkrankung, Rauchstatus, Ernährung und andere Faktoren berücksichtigt wurden, die den Gasgehalt der Atemluft beeinflussen könnten.

Bei Asthmapatienten ist die im Atemtest abgeatmete Menge des Gases ein Hinweis darauf, wie gut die medikamentöse Behandlung anschlägt. Alkoholkonsum beeinflusst diese Werte und behandelnde Ärzte sollten davon Kenntnis haben. Weitere Untersuchungen wären wichtig, um die Zusammenhänge der Befunde der im Fachjournal "Chest" veröffentlichten Studie zu klären, so die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.08.16Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: