Alkohol verteuern - Schutz vor Alkoholkrankheiten

Alkohol müsse deutlich teurer werden, so die Bundespsychotherapeutenkammer und fordert Maßnahmen einer wirksamen Anti-Alkoholpolitik. Die Droge fordere jährlich 74.000 Todesfälle.


Legale Drogen gefährden stärker als illegale

Die Bundesärztetherapeutenkammer (BPtK) fordert, den durchschnittlichen Alkoholpreis durch Steuern um zehn Prozent anzuheben. Dies gehöre nachweislich zu den wirksamsten Vorsorgemaßnahmen, um einem zu hohen Alkoholkonsum und Alkoholkrankheiten zu begegnen. Die Bundesregierung sei in diesem Zusammenhang zu nachlässig, so BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz. Mittelfristiges Ziel wäre eine Anhebung des Preises auf den EU-Durchschnitt. Der Preis des Bieres solle demnach auf das Vierfache erhöht werden. Illegale Drogen seien im Vergleich zu legalen Drogen wie Alkohol eine geringere Gefährdung. 

Die BPtK fordert gezielt 15 Maßnahmen einer Anti-Alkoholpolitik. Dazu zählt eine Werbeverbot für Alkohol in Fernsehen, Radio, Internet und Printmedien sowie folgend Werbeverbote auf Plakaten, im Kino, auf Großereignissen wie Sportveranstaltungen oder Musikfestivals. Zudem solle der Alkoholverkauf an Kiosken abends und nachts wie auch an Tankstellen und Autobahnraststellen unzulässig sein.  


Senkung der Alkoholkranken und -toten durch gezielte Maßnahmen

Die Summe des reinen Alkoholverbrauchs aus Bier, Wein und Schnaps betrage pro deutschem Erwachsenen durchschnittlich zwölf Liter. Erstrebenswerte Zielgröße wäre laut Kammer sieben Liter. Hier schlägt die Kammer ein Bündel von Maßnahmen vor. Dazu gehört ein

- Screening auf Alkoholkrankheit durch Ärzte und Psychotherapeuten
- Kurzintervention zur Behandlungsmotivation riskanter Trinker
- nahtloser Übergang von Entgiftung zu Entwöhnung
- verbindliche Nachsorge innerhalb von vier Wochen nach einer Rehabilitation
- spezielle Intensivangebote für chronisch Alkoholkranke
- Behandlung als verbindliche Leistung privater Krankenkassen
 

Bisherige Alkoholpräventionsmaßnahmen betrachtet die Kammer als gescheitert. Die Zahl der Alkoholkranken und -toten sei nicht gesenkt worden. Zwar lägen wirksame Konzepte vor, doch nutze der Gesetzgeber diese nicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.09.16Zum AnfangZurück

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