Herzschwäche: Vorsicht mit Kälte!

Das Wetter wirkt sich auf viele Menschen mit Herzkrankheiten aus. Kälte könnte Patienten mit schwachen Herzen besonders zusetzen, so Wissenschaftler. Sie nahmen Temperaturen und atmosphärische Druckverhältnisse im Zusammenhang mit Herzversagen genauer unter die Lupe. 


Kälte und hoher Luftdruck setzen Herzpatienten zu

Änderungen des Wetters machen manchen Menschen zu schaffen. Hitzewellen, aber auch Kälteeinbrüche steigern Krankenhausbehandlungen und auch die Sterblichkeit vor allem älterer Menschen. Wie sich das Wetter auf ältere Personen mit einer Herzinsuffizienz auswirkt, untersuchten Wissenschaftler aus Quebec in Kanada. Dies sei auch vor dem Hintergrund der Klimaveränderung bedeutsam und Ärzte würden in der Behandlung von Patienten mit Herzschwäche selten die Wetterlage berücksichtigen. Sie zeigen in ihrer Untersuchung, dass sowohl Kälte als auch Hochdrucklagen das Leiden bei Herzinsuffizienz steigern können.

In der Studie berücksichtigten die Forscher die Daten von über 112.000 Senioren aus Quebec, die die Diagnose einer Herzinsuffizienz erhalten hatten. In der fast vierjährigen Beobachtungszeit sammelten die Wissenschaftler Daten von Außentemperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Luftverschmutzung. 

Das Risiko einer nötigen Krankenhausaufnahme oder des Todes aufgrund von Herzversagen stieg mit jedem Abfall der Außentemperaturen um ein Grad Celsius innerhalb einer Woche um 0,7 Prozent. Jeder Druckanstieg um ein Kilopascal ließ das Risiko um 4,5 Prozent ansteigen.


Forscher: Nebel und Kälte meiden!

Für viele kanadische Bewohner ist ein Abfall der Temperatur innerhalb einer Woche um zehn Grad Celsius nichts Ungewöhnliches. Dies würde den Studienergebnissen zufolge das Risiko für eine im Krankenhaus behandlungsbedürftige Herzschwäche und den Tod aufgrund von Herzversagen bei Älteren um sieben Prozent steigern.

Die Wetterlage sollte bei älteren Menschen mit Herzinsuffizienz berücksichtigt werden. Vorsorgliche Untersuchungen könnten helfen, Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen. Die Wissenschaftler empfehlen Menschen mit Herzschwäche, Nebel und Kälte im Winter zu meiden, da diese oftmals mit einem hohen Luftdruck einhergingen.

Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Environmental International".

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.10.17Zum AnfangZurück

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