Spiel animiert Kinder zu gesundem Essen

Ein einfaches Computerspiel bringt Kinder dazu, gesündere Nahrungsmittel statt Schokolade oder Süßes zu essen, fanden US-Forscher heraus. Das Gehirntraining durch das Spiel beeinflusst offenbar auch den Appetit. 


Computerspiel verändert Nahrungsmittelauswahl

Wie man es am besten anstellen könnte, dass Kinder Lust auf gesunde Nahrungsmittel bekommen, zeigen Psychologen der Universität Exeter. Sie ließen Kinder sieben Minuten lang ein einfaches Spiel spielen, das das Gehirn trainieren soll. Bei dem Spiel sollten die Kinder auf Bilder gesunder Lebensmittel durch das Bedienen einer Taste reagieren. Tauchten Bilder ungesunden Essens auf, sollten sie nicht reagieren, also keine Taste drücken.

"Bilder von Schokolade können das Belohnungszentrum im Gehirn und zur gleichen Zeit Hirngebiete aktivieren, die für die Selbstkontrolle bedeutsam sind", so die Forscher. Das Computertraining diene dazu, neue ungewohnte Assoziationen mit ungesunden Nahrungsmitteln zu verbinden. Viele der Assoziationen mit Nahrungsmitteln seien erlernt, aber nicht unveränderbar. 

Ob das Spiel auch langfristig zu Veränderungen der Ernährung im Sinne eines gesunden Essens beitragen kann, möchten die Forscher in weiteren Studien prüfen. Möglicherweise sei das Spiel aber auch zuhause in den Familien eine einfache Möglichkeit, auf die Auswahl gesunder Nahrungsmittel Einfluss zu nehmen.


Spiel verändert Vorlieben für Lebensmittel

Die aktuelle Studie führten die Wissenschaftler mit vier- bis elfjährigen Kindern durch. Mit dem Spiel ließen sich die Vorlieben der Kinder zwar nicht völlig umkehren, doch wählten sie zu einem deutlich höheren Prozentsatz nach dem Spiel gesunde Lebensmittel als Kinder, die das Spiel nicht gespielt hatten. Das Alter der Kinder beeinflusste die Ergebnisse offenbar nicht.

Eine ähnliche Studie hatten die Forscher bereits bei Erwachsenen gemacht und eine App entwickelt, die dabei helfen soll, ungesunde Nahrungsmittel zu vermeiden und Gewicht abzunehmen.

"Der Ansatz ist bei Erwachsenen und Kindern wirksam", schließen die Forscher. Ihre Studienergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal "Appetite".  

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.05.17Zum AnfangZurück

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