Steifer Rücken? Ursachen unklar

Der Rücken schmerzt, die Bewegungsfähigkeit ist eingeschränkt, der Rücken ist "steif". Was das bedeutet, untersuchten US-Forscher und kommen zu dem Schluss: Es handelt sich um ein Gefühl, das bislang nicht nachweisbar ist und meist nicht um einen Rückenschaden.


Steifer Rücken lässt sich nicht messen

Fast jeder hat es schon einmal selbst gesagt oder zumindest von jemandem gehört: "Mein Rücken ist steif". Was bedeutet das aber? Forscher der University of Alberta betonen, dass kein mechanisches Problem vorliegt, wenn sich der Bereich des unteren Rückens steif anfühlt. Messen lässt sich die Steifheit den Wirbelsäulenexperten zufolge nicht.

Die Forscher hatten die Steifheit des Rückens gemessen und mit den Aussagen von Patienten verglichen. Zwischen biomechanischer Steifheit und angegebenen Gefühlen der Steifheit bestand demnach kein Zusammenhang. Was als Steifheit beschrieben wird, lässt sich medizinisch also nicht messen.

Neurowissenschaftler vermuten, dass das Steifheitsgefühl vom Nervensystem ausgehen könnte und dazu dient, den Rücken vor Belastung, vor weiteren Schäden oder zusätzlichen Schmerzen zu schützen. 


Chronische Rückenschmerzen führen oftmals zur Arbeitsunfähigkeit

Untere Rückenschmerzen sind weltweit führende Ursache von Arbeitsunfähigkeit und betreffen mehr als 630 Millionen Menschen. Es sei wichtig, die Mechanismen zu untersuchen, die mit chronischen Rückenschmerzen und ihren Symptomen einhergehen. Von den Betroffenen benutzten Worten und Beschreibungen käme eine große Bedeutung zu, so die Wissenschaftler. Es sei zu bedenken, dass sich die Schilderungen der Schmerzen oftmals klinisch nicht messen lassen. 

Was genau ein angegebener steifer Rücken zu bedeuten habe, müsse weiter erforscht werden. Es könnte bedeuten, dass Betroffene das Gefühl hätten, sich nur langsam bewegen zu können oder Schmerzen zu haben. 

In jedem Fall handelt es sich um die Beschreibung eines Gefühls, das meist mit keinem Schaden und objektivierbaren Befunden an der Wirbelsäule einhergeht, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Scientfic Reports".

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.10.17Zum AnfangZurück

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