Stress setzt Darmbakterien von Frauen zu

Finanzielle Sorgen, Arbeitsdruck oder Beziehungsprobleme – Stress tritt fast bei jedem von Zeit zu Zeit auf. Frauen könnte Stress aber besonders zusetzen, finden Forscher heraus. Bei ihnen verändern sich die Bakterien im Darm. Das macht sie möglicherweise für verschiedene Gesundheitsstörungen anfälliger.


Wie wirkt sich Stress auf die Darmflora aus?

Wie sich Stress auch auf Darmbakterien auswirkt, untersuchten Mikrobiologen der Brigham Young University in Provo, Utah, im Tierversuch. Den im Journal "Scientific Reports" veröffentlichten Ergebnissen zufolge spielt die Darmkeimzusammensetzung für die unterschiedlichen Reaktionen der Geschlechter auf Stress eine bedeutende Rolle.

Laut der American Psychological Association berichten rund 80 Prozent der Menschen in den USA, in den vergangenen vier Wochen unter mindestens einem Stresssymptom gelitten zu haben. Es ist bewiesen, dass sich Stress auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirken kann. Das Risiko von Depressionen, Angst und Übergewicht ist erhöht. Diese Gesundheitsstörungen könnten laut Forscher mit der Veränderung der Darmflora bei Stress zusammenhängen. Möglicherweise liegt hier ein Therapieansatz für verschiedene Störungen.

Der Forschungsarbeit zugrunde liegt die Untersuchung weiblicher und männlicher Mäuse. Die Tiere hatten 16 Wochen lang entweder eine normale oder fettreiche Ernährung erhalten und wurden anschließend 19 Tage lang ein- oder zweimal täglich Stressoren ausgesetzt. Sie mussten zum Beispiel in kaltem Wasser schwimmen, in einem feuchten Nest schlafen oder waren Geräuschen oder Gerüchen von Raubtieren ausgesetzt. Stuhlproben zeigten, wie sich der Stress auf die Nager ausgewirkte. Auch Angstsymptome untersuchten die Wissenschaftler anhand der Fähigkeit, sich frei in einem offenen Labyrinth zu bewegen.


Stress steht mit Angst und Depressionen in Verbindung

Männliche wie weibliche Tiere zeigten deutliche Veränderungen der bakteriellen Zusammensetzung im Darm als Reaktion auf eine fettreiche Ernährung. Bei den fettreich ernährten Mäusen zeigten männliche Tiere mehr Angst, zudem bewegten sich männliche Tiere mit fettreicher Ernährung unter Stress weniger.

Unter den normal ernährten Mäusen zeigten weibliche Tiere unter Stress ähnliche Veränderungen ihrer Darmflora wie Tiere, die fettreich ernährt wurden. Dies ließ sich aber nicht für männliche Mäuse belegen.

Stress könnte bei Frauen zu Veränderungen der Darmbakterien führen, so die Wissenschaftler. Dies könnte mit den bei Frauen häufiger vorkommenden Depressionen und Angststörungen zusammenhängen. Offenbar reagieren Frauen und Männer auf Stress in unterschiedlicher Weise.

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.10.17Zum AnfangZurück

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