Späte Operation, mehr Komplikationen

Wer spät abends oder nachts operiert werden muss, trägt – verglichen zu am Tag Operierten – ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Nachts kommt es oftmals vor allem zu Notfalloperationen. Aber auch um Operationssäle maximal auszulasten, sind nächtliche Operationen möglich.


OP in der Nacht lässt Risiken steigen

Auch in der Nacht müssen Ärzte Patienten behandeln und mitunter operieren. Viele Patienten sorgen sich, dass operierende Ärzte vielleicht übermüdet sind und deshalb eher Fehler begehen könnten. Dass nächtliche Behandlungen und Operationen tatsächlich mit schlechteren Behandlungsergebnissen verbunden sind, ergaben bereits mehrere Studien. Vor allem bei Operationen am Herzen, aber auch bei orthopädischen Eingriffen und Darmoperationen ließ sich der Zusammenhang bereits belegen. Eine aktuelle Studie zu neurochirurgischen Eingriffen kann diese Studienergebnisse nun bestätigen.

Forscher der University of Michigan prüften die Daten von über 15.800 Patienten, die sich zwischen 2007 und 2014 neurologischen Eingriffen unterzogen hatten. Dabei zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei Operationen in der Nacht um 50 Prozent gesteigert waren. Berücksichtigten die Wissenschaftler auch noch die Länge einer Operation, zeigte sich, dass das Risiko bei langen Operationszeiten mit der späten Stunde des Eingriffs einherging. Einfluss auf das Komplikationsrisiko hatte darüber hinaus die Dringlichkeit der Operation und ob es sich um eine mögliche Operation handelte oder um einen Notfalleingriff.


Forscher forden, nachts weniger zu operieren

Laut Wissenschaftler sind nächtliche Eingriffe für Patienten riskanter und sollten vermieden werden, wenn dies möglich ist. Ziel müsse es sein, die Häufigkeit von Komplikationen bei und nach chirurgischen Eingriffen zu senken. Möglichweise seien weitere Maßnahmen hilfreich, wie das Aufstocken des Operationsteams und bessere räumliche Ausstattungen, damit am Tag mehr operiert werden könnte. 

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studienergebnisse im Fachjournal "Neurosurgery".

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.10.17Zum AnfangZurück

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