Prostatakrebs: Mit Riechtest Biopsien vermeiden

Möglicherweise könnte man zukünftig einen Urinriechtest nutzen, um Männern mit Verdacht auf Prostatakrebs die Entnahme von Gewebeproben zu ersparen. Die alternative Diagnosemöglichkeit ist noch in der Entwicklung.


Biopsien: Teuer, belastend und häufig unnötig

Untersuchungsergebnisse zeigen, dass 90 Prozent der Urinproben von Männern mit Prostatakrebs chemische Stoffe enthalten, die anhand des Geruchs identifizierbar sind. Krebs der Vorsteherdrüse ist die am häufigsten vorkommende Krebserkrankung bei deutschen Männern. Bei früher Entdeckung des Krebses ist die Krankheit meist heilbar. Besteht Verdacht auf ein Prostatakarzinom, lässt sich nur durch eine Biopsie nachweisen, dass es sich tatsächlich um Krebs handelt. Der Verdacht auf Krebs der Vorsteherdrüse ergibt sich meist aus dem Tastbefund und Laboruntersuchungen. Laboruntersuchungen sind aber nicht beweisend für eine Krebserkrankung.

Um unnötige Gewebeentnahmen zu vermeiden, die nicht nur unangenehm sind, sondern auch das Risiko einer Infektion bergen, arbeiten Forscher deshalb an anderen Testmöglichkeiten. Zudem sind Biopsien mit hohen Kosten verbunden. Oftmals wird die aufwändige Diagnostik, bei der mit einer feinen Nadel aus der Prostata Gewebe gewonnen wird, bei Männern durchgeführt, um festzustellen, dass sie nicht an Krebs leiden.


Forscher weisen chemische Moleküle im Urin von Prostatakrebspatienten nach

Nachdem US-Wissenschaftler bereits einen Riechtest entwickelt hatten, mit dessen Hilfe sie Unterzuckerungen im Blut nachweisen können, machten sie sich auf die Suche nach einem Test, der es erlaubt, Prostatakrebs zu identifizieren. Zu diesem Zweck untersuchten sie den Urin von 100 Männern, die sich aufgrund eines Krebsverdachts Prostatabiospien unterzogen.

Sie fanden im Urin von Männern, bei denen sich in der Biopsie Prostatakrebs herausstellte, einige kleine flüchtige und damit mittels aufwändiger Technik riechbarer Moleküle, die Männer ohne Krebserkrankung nicht aufwiesen. Ihre Ergebnisse stellten sie anlässlich eines Treffens der American Chemical Society in San Francisco vor. Sie möchten jetzt in mehreren klinischen Zentren weitere Untersuchungen durchführen. Die Wissenschaftler hoffen, ihre Forschungsarbeit könnte dazu beitragen, zukünftig besser entscheiden zu können, ob eine Biopsie nötig ist.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.04.17Zum AnfangZurück

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