Wiederbelebung: Kurse an Schulen?

Um zukünftig mehr Unterstützung bei der Lebensrettung von Patienten mit Herzkreislaufstillstand in der Bevölkerung zu erfahren, fördern Mediziner und Politik Kurse dazu in Schulen, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt". Dies soll helfen, die Hemmschwelle vieler Bürger zu senken, um im Notfall tatkräftig helfen zu können und Leben zu retten.


Erste Kurse in vier Bundesländern verliefen erfolgreich

In den Schulen Deutschlands sollten zukünftig reguläre Kurse zur Lebensrettung im Lehrplan enthalten sein, forderte Bernd Böttiger, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung anlässlich eines internationalen Kongresses zur Lebensrettung durch Laien. Jeder könnte Leben retten, doch sei die Hemmschwelle oftmals zu groß. Informationen und Training im Unterricht sollen helfen, Hemmungen abzubauen. Diesbezüglich sei Deutschland im internationalen Vergleich ein Entwicklungsland.

Von der siebten Klasse an sollten zwei Schulstunden der Wiederbelebung gewidmet werden, so der Klinikdirektor der Uniklinik Köln. Eine regelmäßige Schülerausbildung wird seit 2015 auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Erste Versuche in Baden-Württemberg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen verliefen bereits erfolgreich. Eine bundesweite Realisierung fehlt bislang allerdings.


Nach Herzkeislaufstillstand ist sofortige Hilfe wichtig

Auch die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung fordert die Einführung dieses Unterrichts. Mit dem sofortigen Einsatz der Herzdruckmassage könnten pro Jahr bis zu 10.000 Menschen zusätzlich überleben. Besonders die ersten drei Minuten nach einem Herzkreislaufstillstand sind entscheidend. Bis zum Eintreffen des Notarztes vergehen statistisch durchschnittlich acht Minuten. Diese Zeit gilt es von Laienhelfern zu überbrücken.

Neben dem Laientraining solle auch die Telefon-Reanimation ausgeweitet werden, so eine weitere Forderung. Dabei könnte die Rettungsleitstelle genutzt werden, um Laien bei der Reanimation anzuleiten und zu unterstützen. Dies ist in anderen Ländern bereits verbreiteter. Von 280 Leitstellen wäre das hierzulande jedoch nur bei 30 Prozent der Fall, so Böttiger.

Quelle: Dr. Julia Hofmann11.10.17Zum AnfangZurück

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