Schlechter Geruchssinn macht einsam

Ist der Geruchssinn älterer Frauen schlecht, leidet auch das soziale Leben, ergab eine Studie von US-Forschern. Helfen könnte vielleicht ein Geruchstraining und die Pflege des Soziallebens.  


Nachlassen des Geruchsinns im Alter betrifft mehr Frauen

Ältere Frauen, die Gerüche in Tests schlecht zuordnen konnten, wiesen im Vergleich zu besser riechenden Seniorinnen ein eingeschränktes Sozialleben auf. Zu diesem Ergebnis kamen Johan Lundström und Mitarbeiter vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia. 

Mit dem Alter wird der Geruchssinn schlechter. Eine Untersuchung der National Institutes of Health zeigt, dass ein Viertel der Frauen und elf Prozent der Männer im Alter zwischen 60 und 69 Jahren über Probleme mit ihrem Geruchssinn berichteten. Ein nachlassender Geruchssinn steht mit neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimerdemenz und Morbus Parkinson in Verbindung.

In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler die Daten von gut 3.000 Frauen und Männern zwischen 57 und 85 Jahren, die am "National Social Life, Health and Aging Project" teilgenommen hatten. Dabei handelt es sich um eine bevölkerungsbasierte Langzeitbeobachtung von Gesundheit und sozialen Faktoren älterer US-Bürger. Im Rahmen der Untersuchung waren auch Riechtests durchgeführt worden.


Geruchssinn lässt sich trainieren

Im Vergleich zu Frauen, die in Riechtests gut abschnitten, wiesen jene, die Gerüche schlecht zuordnen konnten, auch weniger Freunde, Verwandte und Sozialkontakte auf. Bei älteren Männern ließ sich dieser Zusammenhang nicht herstellen. Das Ergebnis war auch dann noch statistisch relevant, wenn den Geruch beeinflussende Faktoren wie Bildung, Rauchstatus sowie körperliche und mentale Erkrankungen berücksichtigt wurden.

Die Forscher vermuten, dass Frauen mit nachlassendem Geruchsinn sich besonders bemühen sollten, ihr soziales Leben aufrechtzuerhalten, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu bewahren. Zudem könnte ein Training helfen, die Riechfähigkeit zu verbessern. Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Forscher im Journal "Scientific Reports".

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.04.17Zum AnfangZurück

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