Trinken in Jugend hinterlässt Spuren

Schwerer Alkoholkonsum in jungen Jahren bleibt für das Gehirn nicht ohne Folgen. Was bei Jugendlichen oftmals ein Spaß ist, kann offenbar langfristige Konsequenzen nach sich ziehen. 


Alkoholkonsum wird oftmals kaum hinterfragt

Was wäre eine Feier ohne Alkohol, egal ob privat oder öffentlich? Alkoholkonsum ist ein tief verwurzeltes und seit Langem bestehendes Sozialverhalten, sodass sich viele keine Gedanken darüber machen, ob sie sich akut oder gar langfristig schädigen. Dass schweres Trinken ungesund ist und mit verschiedenen schweren Krankheiten verbunden ist, wissen aber die meisten. 

Trotzdem: Trinkspiele und Binge-Drinking sind unter jungen Leuten beliebt. Sie machen sich nicht viele Gedanken. Etwa 25 Prozent der älteren Highschool-Schüler berichten einer Befragung zufolge, in den vergangenen vier Wochen einmal betrunken gewesen zu sein. Bei jungen Menschen reift das Gehirn noch biologisch, aber auch das Verhalten ist noch Veränderungen unterworfen.

Forscher der Oregon State University untersuchten, welche Folgen schwerer Alkoholkonsum für das Gehirn und die mentalen Fähigkeiten junger Leute in ihrer späten Jugend haben kann. Dazu untersuchten sie Studien zum Thema und fassten die Ergebnisse in einem Review zusammen. In den Studien untersucht worden waren die Folgen des episodischen exzessiven Alkoholkonsums beziehungsweise des Binge-Drinking. Laut Definition umschreiben die Begriffe bei Frauen den Konsum von vier oder mehr Standarddrinks innerhalb von zwei Stunden und bei jungen Männern von fünf oder mehr Drinks im gleichen Zeitraum.


Große Mengen an Alkohol schädigen Hirnsubstanz

Die Wissenschaftler suchten in sechs Bereichen des Gehirns nach möglichen Auswirkungen eines hohen Alkoholkonsums. Sie fanden heraus, dass Binge-Drinking an die Hirnsubstanz geht: Es zeigte sich eine Verdünnung und Verminderung der Hirnsubstanz in Bereichen, die für Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit und Bewusstsein eine Schlüsselrolle spielen. Hinsichtlich des Lernens und des Gedächtnisses ergaben Studien beispielweise, dass Binge-Drinking mit der verminderten Fähigkeit einhergeht, neue Wörter zu lernen, was offenbar mit einer Veränderung der Hirnaktivität zusammenhängt.

Die Hirnveränderungen durch hohen Alkoholkonsum in jungen Jahren könnten auch mit einer wahrscheinlicheren sich später entwickelnden Alkoholkrankheit einhergehen, schreiben die Forscher in "Frontiers of Psychology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.08.17Zum AnfangZurück

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