Haustiere gegen Allergien und Übergewicht

Haben Kinder schon früh im Leben zu Haustieren Kontakt, kommt das ihrer Gesundheit zugute. Sie entwickeln weniger wahrscheinlich Allergien und auch Übergewicht kommt bei ihnen seltener vor, zeigt eine kanadische Forschungsarbeit.


Haustiere verändern Darmbakterien

Halten sich vor der Geburt und bis zu drei Monate danach Hunde, Katzen und andere Haustiere mit Fell im Haushalt auf, weisen sie mehr der beiden gesundheitlich nützlichen Darmbakterien Ruminokokkus und Oscillospira auf. 

Frühere Studien konnten bereits belegen, dass Ruminokokkus mit einem reduzierten Allergierisiko verbunden ist. Oscillospira wird mit dem Risiko für Übergewicht in Verbindung gebracht.

Das Halten von Haustieren wurde bereits mit verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Unlängst zeigte eine Studie, dass Haustiere auch das Asthmarisiko von Kindern senken können. Forscher untersuchten die Auswirkungen von Haustieren auf die Zusammensetzung der Darmbakterien jetzt genauer. Sie nutzten dazu die Daten einer kanadischen Langzeitstudie mit Kindern, die zwischen 2009 und 2012 geboren worden waren.

Von den annähernd 750 Kindern waren 46 Prozent vor und nach ihrer Geburt in Kontakt mit Haustieren. In 70 Prozent der Fälle waren das Hunde. Die Wissenschaftler untersuchten Stuhlproben der Kinder im Alter von drei Monaten, um die bakterielle Zusammensetzung zu analysieren.


Weniger Streptokokkeninfektionen durch Haustiere

Kinder, die vor und nach der Geburt Haustieren ausgesetzt waren, wiesen zweimal mehr der beiden Bakterien auf, die vor Allergien und Übergewicht bewahren könnten, als Kinder ohne Tiere im Haushalt. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Tierexposition vor der Geburt vor einer Übertragung mit Streptokokken der B-Gruppe während der Geburt schützen kann.

Diese Streptokokken können während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden und Auslöser von Meningitis, Lungenentzündung und Sepsis bei Neugeborenen sein. Vorbeugend wirken Antibiotikabehandlungen noch während der Schwangerschaft.

Die Ergebnisse könnten zu neuen Therapien führen, so die Wissenschaftler. Vielleicht ist eines Tages eine Substanz erhältlich, die die bakterielle Besiedelung des Darms von Kindern mit den gesundheitlich vorteilhaften Bakterien fördert. Die Studie der Forscher erschien im Fachmagazin "Mikrobiome".

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.04.17Zum AnfangZurück

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