Wenn Ärger aufs Herz schlägt

Jeder kennt das aus Filmen: Während oder nach einem Wutanfall greift sich die Person ans Herz und stürzt zu Boden. Die Diagnose: Herzinfarkt. Tatsächlich können Wut und Ärger solche Auswirkungen haben, so australische Wissenschaftler. Das Risiko kann bis zu zwei Stunden nach dem Gefühlsausbruch anhalten. Betroffen sind Menschen, die aufgrund von Gefäßveränderungen bereits ein erhöhtes Herzinfarktrisiko aufweisen.

 

 

Starke Gefühle können Herz schaden

 

Der Zusammenhang zwischen Ärger und einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herzkreislaufereignisse wurde bereits im Jahr 2014 von Forschern der Harvard School of Public Health in Boston festgestellt.

 

Thomas Buckley und Kollegen der University of Sydney bestätigen in ihrer Studie nun die Befunde. Sie hatten in ihrer Studie 313 Patienten mit akutem Verschluss ihrer Herzkranzarterien untersucht. Die Herzkranzarterien versorgen den Herzmuskel mit Blut, also mit Sauerstoff und Nährstoffen. Sind die Arterien veengt oder verstopft, können sie den Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut versorgen. Die Mangelversorgung führt zu Symptomen der Angina pectoris (Herzenge) oder gar zu einem Herzinfarkt, bei dem Teile des Herzmuskels absterben.

 

 

Medikamente als Vorbeugung?

 

Es zeigte sich, dass Ärger in ganz unterschiedlichen Situationen das Herzinfarktrisiko bis um das 9,5-fache bis zu zwei Stunden nach dem Empfinden dieser Gefühle steigern konnte. Mögliche Situationen können sich im privaten oder beruflichen Umfeld ereignen. Neben einer Senkung der Herzrisiken wie Blutdruck- und Cholesterinsenkung könnten Hochrisikopatienten, also jene mit bereits verengten Herzkranzgefäßen, möglicherweise zusätzlich von der Einnahme von Betablockern und Acetylsalicylsäure zum Zeitpunkt des Gefühlsausbruches profitieren. Diese senken Blutdruck und Puls und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Ob das zutrifft, müssten allerdings erst Studien zum Thema zeigen.

 

Ergebnisse der Untersuchung wurden im "European Heart Journal" veröffentlicht. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.03.15Zum AnfangZurück

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