Weisheit liegt in Kopf und Herz

Weisheit ist nicht allein vom Gehirn abhängig, fanden Forscher heraus, sondern auch vom Herzen. Die sogenannte Herzfrequenzvariabilität nimmt Einfluss auf weise Entscheidungen. Das Herz denkt scheinbar mit.


Klugheit - eine Frage der Herzfunktion?

Die Herzfrequenzvariabilität beschreibt die Fähigkeit des Herzens, die Herzfrequenz bei Belastung und in Ruhe spontan zu verändern, indem sich der Abstand zwischen einzelnen Herzschlägen verändert. So kann der gesunde Menschen auch in Ruhe seinen Herzschlag den verschiedenen Anforderungen, wie sie etwa durch Emotionen entstehen, anpassen. Bei chronischem Stress und andauernder Anspannung jedoch ist die Herzfrequenzvariabilität reduziert.

Weisheit oder auch Klugheit ist als der Besitz von Kenntnis und Erfahrung definiert, um gute Entscheidungen treffen zu können. Dass das Herz einen großen Einfluss auf die Weisheit des Kopfes nehmen könnte und Menschen mit einer größeren Herzfrequenzvariabilität möglicherweise klügere Entscheidungen treffen, ist das Ergebnis einer kanadischen Studie an 150 Studenten.

Die Studienteilnehmer wurden vor verschiedene Aufgaben gestellt, in denen es um soziale Abwägungen und belastende Beurteilungen ging. Als Teil der Aufgabe sollten sie ihre Einstellung zu sozialen Problematiken aus verschiedenen Perspektiven berichten, die sie stark berührten. Hier zählte nicht nur die Beurteilung aus der eigenen Warte, sondern auch die aus einer größeren Distanz, nämlich die einer "dritten Person". 


Herzfunktion bestimmt Fähigkeit zur klugen Beurteilung

Während der Aufgaben maßen die Forscher die Herzfrequenz in Ruhe. Studienteilnehmer mit einer größeren Herzfrequenzvariabilität urteilten in Bezug auf soziale Inhalte aus der Perspektive des Dritten weiser als Teilnehmer mit geringerer Herzfrequenzvariabilität. Bei Einstellungen und Beurteilungen aus der Warte der eigenen Person fand sich zwischen Teilnehmern mit höherer oder geringerer Herzfrequenzvariabiltät allerdings kein Unterschied.

Die Studienergebnisse zeigen, dass eine kluge Abwägung und Beurteilung nicht ausschließlich eine Funktion des Verstandes und der kognitiven Fähigkeiten ist. Personen, die in der Untersuchung eine größere Herzschlagvariabilität aufwiesen und soziale Probleme aus einem distanzierten Blickwinkel beurteilen konnten, hatten hinsichtlich des Treffens weiser Entscheidungen eine größere Kapazität.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.04.16Zum AnfangZurück

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