Wassergeburt: Kein erhöhtes Risiko

Geburtspools für eine Wassergeburt sind in Europa, Australien und den USA erhältlich. Doch wie sicher ist eine Wassergeburt in so einem Pool für Mutter und Kind. Experten geben Entwarnung: Besondere Risiken bestehen demnach nicht.

 

 

Welche Risiken hat die Wassergeburt?

 

Das Eintauchen in Wasser während der Geburt soll mit verschiedenen Vorteilen verbunden sein, beispielsweise, dass die Frauen weniger Schmerzmedikamente benötigen. Einer Theorie zufolge könnten auch die vaginalen Geburtsverletzungen geringer ausfallen, da das Gewebe doch im warmen Wasser weicher und elastischer ist. Das Wasser könnte auch helfen, die Stresshormone und den Blutdruck der Mutter zu reduzieren. Auch bei dem Neugeborenen könnte das warme Wasser stresssenkend wirken.

 

Bedenken bezüglich einer Wassergeburt sind z. B. die mögliche Gefahr des Ertrinkens des Neugeborenen. Da die Kinder aber über einen Schutzreflex (Tauchreflex) verfügen, der sie am Atmen im Wasser hindert, ist Ertrinken unwahrscheinlich. Allerdings gibt es einzelne Berichte von Ertrinkungsfällen.

 

Ein kleines, aber vorhandenes mütterliches Risiko ist, dass eine kleine Menge Wasser in ihre Blutbahn gelangt und Ursache einer Wasserembolie ist. Theoretisch könnte eine erhöhte Infektionsgefahr bestehen. Eine Studie fand hier jedoch keinen Zusammenhang. Laut US-Empfehlungen sollen Frauen deshalb zwar im Wasser gebären, das Wasser aber verlassen, sobald das Baby geboren ist.  

 

 

Wassergeburt ist ungefährlich für Frauen ohne Komplikationen

 

Forscher der Oregon State University analysierten nun die Daten von 17.000 Frauen, die zwischen 2004 bis 2009 meist unter der Betreuung zertifizierter Hebammen entbunden hatten. Über 6.500 Frauen hatten eine Wassergeburt. Die sogenannten APGAR-Scores waren für im Wasser geborene Kinder genauso gut wie für andere Kinder. Beim APGAR-Score handelt es sich um ein Punkteschema, das hilft, die Vitalfunktionen von Neugeborenen standardisiert einzuschätzen. Auch mussten sie während der ersten sechs Lebenswochen nicht öfter im Krankenhaus versorgt werden. Allerdings war die Chance eines Dammrisses für Frauen mit Wassergeburt um elf Prozent erhöht.

 

Den Studienergebnisse zufolge ist eine Wassergeburt als sicher einzustufen und eine gute Möglichkeit für Frauen, zu gebären, wenn bei der Mutter keine Komplikationen zu erwarten sind.

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.01.16Zum AnfangZurück

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