Was Menschen krank und unglücklich macht

Macht Glück gleichzeitig auch gesund oder sind unglückliche Menschen kränker und eher dem Tode geweiht als glückliche? Nein, so die Antwort von Wissenschaftlern. Bezüglich der Gesundheit ist nicht so erheblich, ob wir glücklich sind. Vielmehr sind es Krankheiten, die Menschen unglücklich machen.

 

 

Macht empfundenes Unglück krank?

 

Eine angeschlagene Gesundheit kann Unglück verursachen, aber unglücklich zu sein bedeutet in der Folge nicht eine schlechtere Gesundheit, so das Fazit einer in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie. Dies widerlegt die Annahme vieler Menschen, dass unglückliche Menschen eher Krankheiten entwickeln könnten, gar eher sterben als die eher zufriedenen und glücklicheren Zeitgenossen.

 

Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler der University of South Wales in Australien. Sie hatten die Daten von über 700.000 Frauen analysiert, die an der britischen "Million Women Study" teilgenommen hatten. Ihr durchschnittliches Alter betrug 59 Jahre und sie waren zwischen 1996 und 2001 für die Untersuchung rekrutiert worden. Drei Jahre nach der Aufnahme in der Studie beantworteten die Frauen Fragen zu Gesundheit, Gefühlen von Stress, Glück, Kontrolle und Entspannung.

 

 

Stress und Unglück ist keine direkte Ursache für Krankheit und Tod

 

39 Prozent der Befragten waren den Angaben zufolge fast immer glücklich, 44 Prozent gaben an, gewöhnlich glücklich zu sein und 17 Prozent fühlten sich unglücklich. In den folgenden zehn Jahren verstarben etwas mehr als 31.500 Frauen. Frauen, die bereits zu Untersuchungsbeginn in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung waren, berichteten eher unglücklich und gestresst zu sein, empfanden weniger Kontrolle und Entspannung. Unglücklichere Frauen waren wahrscheinlicher Singles, nicht körperlich aktiv, hatten einen geringen sozioökonomischen Status und rauchten eher. Solche Zusammenhänge hatten auch schon frühere Untersuchungen ergeben.

 

Hinsichtlich bestehender Unterschiede in den Lebensstilfaktoren und der Gesundheit ließ sich kein Zusammenhang zwischen Gesamtsterblichkeit, Sterblichkeit aufgrund von Herzerkrankungen oder aufgrund von Krebs herstellen. Dies bedeutet, dass sich glücklichere und unglücklichere Frauen hinsichtlich der Entwicklung von Herzerkrankungen, Krebserkrankungen und Tod nicht unterschieden.

 

Den Ergebnissen zufolge können Stress und empfundenes Unglück nicht direkt Erkrankungen hervorrufen. "Aber natürlich sind kranke Menschen unglücklicher als gesunde", so die Forscher. Glück oder Unglück an sich hätten aber keinen direkten Effekt auf die Gesundheit. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.12.15Zum AnfangZurück

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