Stillen verbessert Intelligenz des Kindes nicht!

Entgegen früherer Ergebnisse von Forschungsarbeiten kommt eine britische Untersuchung zu dem Schluss: Stillen fördert nicht die Intelligenz des Nachwuchses, hat aber natürlich trotzdem viele Vorteile.

 

 

Zusammenhang zwischen Stillen und Intelligenz plausibel

 

Studienergebnisse auch aus der jüngsten Vergangenheit ließen aufhorchen. Demnach sollte das Stillen Kinder nicht nur vor Allergien und Asthma, Übergewicht und Fettleibigkeit, Zuckerkrankheit und Leukämie schützen - gestillte Kinder sollten auch noch intelligenter sein. So ergab zum Beispiel eine im Jahr 2013 im amerikanischen Ärzteblatt veröffentlichte Studie, dass die Intelligenz des Nachwuchses mit der Stilldauer der Mutter in Zusammenhang steht.

 

"Solche Zusammenhänge sind durchaus plausibel", so Co-Autorin der aktuellen Untersuchung Sophie von Stumm der Goldsmith University London. "Denn die in der Muttermilch enthaltenen langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren fördern die Entwicklung des Nervensystems".

 

In der aktuellen Studie waren über 11.500 eineiige und zweieiige Zwillingspaare untersucht worden, die an der britischen "Twins Early Development Study" teilgenommen hatten. Daten zum Stillen wurden zwei Jahre lang erhoben, Intelligenzmessungen bei den Kindern insgesamt neunmal im Alter von zwei bis 16 Jahren durchgeführt. Dies sollte eine Beurteilung der Intelligenzentwicklung während der gesamten Kindheit und Jugend ermöglichen.

 

 

Stillen verbessert Intelligenz über längere Zeit nicht

 

Während gestillte Mädchen im Alter von zwei Jahren eine höhere Intelligenz auswiesen als nicht gestillte Mädchen, war dieser Effekt bei Jungen nicht nachweisbar. Auch war der gefundene statistische Zusammenhang nur schwach ausgeprägt.

Nach dem Alter von zwei Jahren konnten die Wissenschaftler weder bei Jungen noch bei Mädchen einen Zusammenhang zwischen Stillen und höherer Intelligenz nachweisen. Stillen scheint die geistige Entwicklung also nicht längere Zeit zu beeinflussen. Vielmehr spielen hier andere Faktoren wahrscheinlich eine bedeutendere Rolle. Die Umgebung, der Hintergrund der Familie und die Schulbildung haben laut Studienautoren einen größeren Einfluss.

 

Dass Stillen aber für die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern bedeutsam ist, stellen die Wissenschaftler nicht in Frage. Dennoch könnten sich Frauen, die nicht stillen können oder wollen, vielleicht angesichts dieser Studienergebnisse entlastet fühlen.

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.10.15Zum AnfangZurück

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