Stillen schützt Asthma-Risikokinder

Dass Stillen den Nachwuchs vor einer Asthmaerkrankung schützen kann, ist schon länger bekannt. Dies bestätigt jetzt erneut eine Schweizer Studie. Sie zeigt: Kinder, die ein erbliches Risiko für Asthma tragen, profitieren von der Muttermilch. Stillen beeinflusst demnach offenbar auch die Genaktivität.


Genvariante macht Kinder asthmaanfälliger

Asthmaerkrankungen bei Kindern haben in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zugenommen. Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen auch im Kindesalter und ist oftmals Ursache von Krankenhausbehandlungen. Bei der Entstehung spielen Erb- und Umweltfaktoren eine Rolle, die offenbar zusammenspielen. Es ließen sich bereits Genorte zum Beispiel auf dem Chromosom 17 ausmachen, die mit dem Risiko des kindlichen Asthmas in Verbindung stehen. Kinder mit einer Genvariante sind offenbar gefährdeter, die Lungenkrankheit zu entwickeln.

Wissenschaftler um Olga Gorlanova der Universität und des Universitätskinderkrankenhauses Basel zeigten jetzt, dass Kinder mit dem für Asthma anfällig machenden Gen durch das Stillen geschützt sind. Ihre Studienergebnisse stellten sie auf dem "European Respiratory Society's International Congress 2016" in Großbritannien vor.


Langzeitstudie liefert Daten

Die Forscher hatten Daten von 368 Kindern analysiert, die an der Schweizer "Basel-Bern Infant Lung Development Cohort"-Studie teilgenommen haben. Im Rahmen dieser Studie wurde das genetische Profil eines jeden Kindes untersucht und langzeitig Daten zum Auftreten und zur Schwere einer asthmatischen Erkrankung im ersten Lebensjahr gesammelt. Erfasst worden war zudem, ob die Mütter gestillt hatten. 

Stillen konnte das Risiko der Entwicklung asthmatischer Symptome von Kindern, die Träger des Risikogens waren, um 27 Prozent senken. Wurde nicht gestillt, kam es wahrscheinlicher zu asthmatischen Beschwerden. Stillen kann demnach also das Krankheitsrisiko auch beeinflussen, wenn Kinder ein erbliches Risiko für Asthma aufweisen. Die Wissenschaftler wollen jetzt weitere Untersuchungen machen, um ihre Ergebnisse zu bestätigen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.09.16Zum AnfangZurück

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