Sehen, was man hört

Einige Menschen sehen, was sie hören. Ihre visuelle Wahrnehmung wird derart durch die akustische beeinflusst, das dadurch Illusionen hervorgerufen werden können. Die Anfälligkeit dafür hängt mit der Gehirnstruktur zusammen, fand nun ein britisches Forscherteam heraus. Menschen mit weniger grauer Substanz in bestimmten Bereichen des visuellen Cortex des Gehirns erleben solch eine Illusion demnach besonders oft. Zur grauen Substanz zählen Bereiche von Gehirn und Rückenmark, die im Schnittpräparat grau erscheinen und in denen überwiegend Nervenzellkörper liegen.

Am University College London wurde mit insgesamt 29 Probanden ein Test durchgeführt. Die Probanden sahen dabei auf einem Monitor ein oder zweimal eine helle Scheibe für den Bruchteil einer Sekunde auf einem grauen Hintergrund aufblitzen. In einem Teil der Versuche bekamen sie parallel dazu ein oder zwei kurze Pieptöne zu hören. Die Probanden mussten dann angeben, wie viele Lichtblitze sie gesehen hatten. Den Forschern zufolge ist bereits bekannt, dass einige Menschen glauben, zwei Lichtblitze gesehen zu haben, wenn sie zwei Töne zu hören bekommen – obwohl nur ein Blitz gezeigt wurde.

Dies bestätigten auch die Versuche. Einige Probanden erlebten die Illusion dabei fast immer, andere so gut wie nie. Durch Untersuchungen des Gehirns konnten die Wissenschaftler zudem zeigen, dass dies mit dem Volumen der sogenannten Grauen Substanz in bestimmten Bereichen des visuellen Cortex zusammenhängt: Je kleiner das Volumen, desto eher trat die Illusion demnach auf. Eine abschließende Erklärung haben die Forscher für das Phänomen noch nicht gefunden.

Quelle: dpa18.11.12Zum AnfangZurück

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