Schwangerschaft: Vorsicht bei Hitze!

Hitzeperioden im Sommer führen bei Schwangeren nicht nur zu Unwohlsein. Extreme Außentemperaturen könnten auch das Risiko einer vorzeitigen Geburt steigern, zeigt eine aktuelle Studie.


Frühgeburt: Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche

Wissenschaftler der US-National-Instituts of Health (NIH) warnen vor möglichen Folgen sehr hoher und niedriger Außentemperaturen in der Schwangerschaft. Sie könnten die Schwangerschaft gefährden und zu einer vorzeitigen Geburt führen. Das Risiko hierfür sei um ein Fünftel erhöht. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Environmental Health Perspectives". 

Eines von zehn US-Kindern wurde im Jahr 2014 zu früh geboren, das heißt die Geburt ereignete sich vor der 37. Schwangerschaftswoche. Eine frühe Geburt kann Ursache von Langzeiteinschränkungen, neurologischen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen sein. Frühgeburten tragen zudem ein erhöhtes Todesrisiko.

Es gibt einige bekannte Faktoren, die das Risiko einer Frühgeburt erhöhen. dies sind Frauen, die bereits eine Frühgeburt erlitten haben, Rauchen, Alkoholkonsum, Drogenmissbrauch, aber auch körperliche Krankheiten wie Harnwegsinfekte gehören dazu. 

Die Analyse der Erstgeburten zwischen 2002 und 2008 von mehr als 223. 000 Frauen aus zwölf medizinischen Zentren wurde nun von Forschern mit Temperaturdaten des Wetterforschungs- und Wettervorhersagemodells in den Orten der medizinischen Zentren in Verbindung gebracht, um das Risiko der Frühgeburtlichkeit zu bestimmen.


Forscher: In der Schwangerschaft Hitze und Kälte meiden!

Frauen, die während ihrer Schwangerschaft extremer Hitze ausgesetzt waren, brachten ihre Kind zu sechs bis 21 Prozent wahrscheinlicher zwischen der 34. und 36. Schwangerschaftswoche zur Welt als Frauen, die milderen Außentemperaturen ausgesetzt waren. Das Frühgeburtsrisiko in der 37. bis 38. Schwangerschaftswoche war um vier Prozent erhöht. Die Verbindung zwischen kalten Außentemperaturen und Frühgeburtsrisiko sank nach der siebten Schwangerschaftswoche.

Die Forscher empfehlen schwangeren Frauen, sich so wenig wie möglich extremen Temperaturen auszusetzen. Über die Ursachen des Zusammenhangs können sie nur spekulieren. Möglicherweise beeinträchtigen sehr hohe und tiefe Außentemperaturen die Entwicklung des Mutterkuchens (Plazenta) und stören damit die Blutzufuhr zum ungeborenen Kind. Weitere Studien sollten den Zusammenhang weiter aufklären.

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.09.16Zum AnfangZurück

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