Schwangerschaft: Grippeimpfung schützt das Neugeborene

Lassen sich Frauen während der Schwangerschaft gegen Grippe impfen, haben ihre Kinder auch in den ersten Lebensmonaten noch ein geringeres Risiko an der Virusinfektion zu erkranken.


Infektion vor allem für Schwangere und Neugeborene gefährlich

Im Volksmund oft als Grippe bezeichnete Erkältungen (grippale Infekte) sind in der Regel harmlos. Bei der echten Grippe (Influenza) handelt es sich hingegen um eine ernstzunehmende Erkrankung, die zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Schwangere und Säuglinge gehören zu den Gesellschaftsgruppen, für die das Risiko an einer Influenzainfektion zu sterben, am höchsten ist.

Aus diesem Grund empfehlen Experten schwangeren Frauen, sich durch eine Impfung gegen das Virus zu wappnen. Säuglinge unter sechs Monaten können die schützende Immunisierung jedoch noch nicht erhalten. Wissenschaftler der Universität Utah beobachteten nun, dass Neugeborene von Frauen, die sich in der Schwangerschaft impfen ließen, ein deutlich geringeres Risiko aufwiesen, an Influenza zu erkranken als Kinder ungeimpfter Mütter.


Untersuchungen über neun Jahre

Das Team um Julia H. Shakib untersuchte im Zeitraum von neun Grippewellen über 245.000 Frauen und ihre Neugeborenen. Nur zehn Prozent der Frauen hatten während der Schwangerschaft einen Impfschutz erworben. In den ersten sechs Monaten nach der Geburt infizierten sich 658 der Säuglinge mit dem Grippevirus. 97 Prozent der betroffenen Kinder waren von ungeimpften Müttern. 151 der erkrankten Kinder mussten Ärzte stationär im Krankenhaus behandeln, nur drei ihrer Mütter waren geimpft.

Aus ihren Untersuchungsergebnissen schließen die Forscher, dass Kinder von geimpften Müttern ein rund 70 Prozent geringeres Risiko haben, sich im ersten halben Jahr nach der Geburt mit Influenza zu infizieren. Mit einer Impfrate von 10 Prozent war die Zahl der Schwangeren, die sich schützen ließen, über die beobachteten neun Jahre noch gering. Seit der Schweinegrippe-Pandemie ist sie jedoch auf 50 Prozent gestiegen. Shakib hofft, dass die Impfrate durch Untersuchungen wie ihre weiter steigt und sich zukünftig zum Schutz von Schwangeren und Neugeborenen den 100 Prozent annähert. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.05.16Zum AnfangZurück

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