Pubertät: Launen wachsen sich aus

Stimmungsschwankungen in der Pubertät sind den meisten Eltern bekannt. Eine Langzeitstudie kann beruhigen: Die Hochs und Tiefs der Teenagerjahre verfliegen zwar nicht plötzlich, nehmen mit der Zeit aber graduell ab. Launenhaftigkeit bei Teenagern ist eine wichtige Entwicklungsphase hin zur emotionalen Stabilität.

 

 

Stimmungsschwankungen sind meist nicht von Dauer

 

Die Teenagerjahre sind oftmals für Betroffene selbst, aber auch für deren Eltern und Familie eine anstrengende Zeit mit emotionalen Höhen und Tiefen, die rasch wechseln können. Wie sich die emotionale Stabilität entwickelt, untersuchten niederländische Wissenschaftler mehrerer Universitäten. In der frühen Adoleszenz bestehen demnach die größten emotionalen Schwankungen, um sich dann langsam und graduell in der weiteren Jugend zu stabilisieren. Die Botschaft der Forscher für Teenager, Eltern und Lehrer: Zeitweilige Stimmungsschwankungen in der frühen Jugend sind als normal anzusehen und kein Grund zur Besorgnis.

 

Im Rahmen der Untersuchung verfolgten die Wissenschaftler 474 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren. 40 Prozent der Jugendlichen wiesen in einem Alter von zwölf Jahren ein bedenkliches Außenverhalten wie Aggressivität oder delinquentes Verhalten auf. Unter Verwendung von Internettagebüchern dokumentierten die Jugendlichen ihre tägliche Stimmung wie Freude, Angst, Traurigkeit oder Sorgen während drei Wochen eines Schuljahres über fünf Jahre lang. Anhand dieser täglichen Selbstwahrnehmungen schätzten die Wissenschaftler die von Tag zu Tag schwankenden Stimmungen ein sowie deren Verlauf und Veränderungen in den folgenden fünf Jahren.

 

 

Jugendliche lernen, mit Situationen und Gefühlen umzugehen

 

Während dieser Zeit entwickelten sich die Stimmungen hin zu einer größeren Stabilität. Glück und Unglück bzw. Trauer waren zwar bei Mädchen besonders ausgeprägt, jedoch war die Häufigkeit der Stimmungswechsel bei Mädchen und Jungen vergleichbar.

 

Die Forscher glauben, dass sich die Stimmungslage stabilisiert, weil viele Ereignisse in der Jugend neu und aufregend sind und mit den Elternerwartungen etwa beim Thema Freizeit nicht übereinstimmen. Werden die Teenger älter, passieren manche Ereignisse dann seltener und sie bringen bereits mehr Erfahrung mit und wissen eher mit den eigenen Gefühlen umzugehen.

 

Teenager, deren extreme Stimmungsschwankungen sich mit der Zeit nicht verbessern oder sogar immer auffälliger werden, sollten vielleicht enger überwacht werden, denn dies kann auf verschiedene schwerwiegendere Probleme hinweisen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.10.15Zum AnfangZurück

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