Polygamie vervierfacht Herzrisiko

Die Vielehe (Polygamie) erhöht das Herzerkrankungsrisiko, ergab eine Beobachtungsstudie mit Teilnehmern aus Krankenhäusern in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Stress könnte eine mögliche Ursache sein, den das Führen gleich mehrerer Haushalte mit sich bringt.

 

 

Studie mit arabischen Ehemännern

 

Zwar zeigen Untersuchungen, dass sich verheiratete Männer besserer Gesundheit erfreuen und länger leben als alleinstehende, das gilt aber offenbar nicht für Männer, die gleich mehrere Ehefrauen haben. Die Vielehe wird in vielen Gegenden der Erde wie Nord- und Westafrika, mittleren Osten, Zentralasien und Südostasien praktiziert. Dabei können Männer bis zu fünf Ehefrauen haben, die meist in voneinander getrennten Häusern leben.

 

Herzspezialisten führten eine Untersuchung mit Studienteilnehmern durch, die Patienten in verschiedenen arabischen Krankenhäusern waren. Es handelt sich um 687 verheiratete Männer in einem Durchschnittsalter von 59 Jahren.

56 Prozent der Männer litten unter der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2), 57 Prozent hatten Bluthochdruck und 45 Prozent hatten eine koronare Herzkrankheit, bei der die Herzkrankgefäße aufgrund von Ablagerungen und Entzündungen verengt sind. Deshalb kann die Blutversorgung des Herzmuskels eingeschränkt sein, was zum Herzinfarkt führen kann.

 

 

Je mehr Ehefrauen, desto kranker das Herz?

 

Während die meisten Männer nur eine Ehefrau hatten, waren 19 Prozent mit zwei Frauen, zehn Prozent mit drei Frauen und drei Prozent mit vier Frauen verheiratet. Männer mit mehreren Ehefrauen waren eher älter, lebten in ländlichen Gebieten, hatten ein höheres Einkommen und hatten auch häufiger bereits eine Bypass-Operation am Herzen hinter sich.

 

Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Ehefrauen und Symptomen der koronaren Herzkrankheit und Verengungen der linken Herzkranzarterie sowie Verengungen mehrerer Herzgefäße. Das Herzerkrankungsrisiko polygamer Männer war bis zu 4,6-fach erhöht. Mit der Anzahl der Ehefrauen stieg auch die Schwere der Erkrankung.

 

Risikofaktoren wie Bewegungsarmut, Ernährung und andere wurden nicht untersucht. Deshalb bleibt unklar, ob es sich um einen ursächlichen Zusammenhang handelt. Die Forscher vermuten aber, dass eine Vielehe mit erheblichem Stress einhergeht. Denn es müssen gleich mehrere Haushalte möglichst gerecht versorgt werden, wofür finanzielle Mittel zu Verfügung stehen müssen. Auch emotional kann die Versorgung von mehreren Frauen einschließlich der gemeinsamen Kinder mit einem erhöhten Stresslevel verbunden sein. Stress gilt als möglicher Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.05.15Zum AnfangZurück

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