Neurodermitis: Schutz mit Vitamin B

Kinder leiden möglicherweise seltener unter Neurodermitis, wenn deren Mütter in der Schwangerschaft einen hohen Wert eines bestimmten Typs des Vitamin B aufweisen. Die Hautkrankkeit könnte bereits im Mutterleib entstehen.


Vitamin B3: Nikotinamidaufnahme über Ernährung

Britische Epidemiologen der Universität Southampton in Großbritannien fanden heraus, dass die Vitamin-B3-Werte im Blut schwangerer Frauen das Ekzemrisiko deren Kinder im Alter von zwölf Monaten beeinflussen könnten. Eine Form des Vitamin B3 ist Nikotinamid.

In der Behandlung der Neurodermitis werden Cremes mit Nikotinamid eingesetzt. "Das es auch einen Zusammenhang mit den Blutwerten an Nikotinamid beziehungsweise Vitamin B3 geben könnte, ist aber bislang nicht untersucht worden", so die leitende Wissenschaftlerin Sarah El-Heis. Möglicherweise bestehe genau hier ein beeinflussbarer Faktor, um der Erkrankung vorzubeugen.

Nikotinamid wird über Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Huhn, Mushrooms, Nüsse und Kaffee wie auch Tryptophan aufgenommen. Tryptophan ist eine Aminosäure, die in den meisten Eiweißen vorkommt. Nikotinamid und andere Nährstoffe sind für Immunreaktionen und den Energiestoffwechsel wichtig.

In der im Journal "Clinical and Experimental Allergy" publizierten Studie wurde die Höhe des Nikotinamids und Tryptophans an fast 500 schwangeren Frauen untersucht. Daneben wurde die Häufigkeit des Auftretens der Neurodermitis bei den Kindern im Alter von sechs und zwölf Monaten erfasst.


Gute Vitaminversorgung von Müttern schützt Kinder

Kinder von Müttern mit höheren Vitaminwerten in der Schwangerschaft wiesen eine um 30 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit auf, im Alter von einem Jahr die Hautkrankheit zu entwickeln. Dieser Zusammenhang war ausgeprägter, wenn auch ein Stoffwechselprodukt des Tryptophans reichlich vorhanden war. Der Zusammenhang war allerdings graduell, sodass die Forscher annehmen, dass sich der Hautkrankheit nicht ausschließlich über diese Nährstoffe vorbeugen lässt, sondern weitere Faktoren bedeutsam sind. 

Erweiterte Studien sind nötig, um den Zusammenhang genauer zu untersuchen. Die Ergebnisse sind aber ein zusätzlicher Hinweis auf die Bedeutung einer gesunden und ausgeglichenen Ernährung in der Schwangerschaft.

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.09.16Zum AnfangZurück

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