MS durch Vitaminmangel der Mutter

Der Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Multipler Sklerose (MS) ist noch nicht vollständig geklärt. Ein Vitaminmangel in der Schwangerschaft könnte das MS-Risiko des Nachwuchses erhöhen, so US-Wissenschaftler.


Studien zu Vitaminspiegel in Schwangerschaft und MS-Risiko

MS ist eine chronische neurodegenerative Erkrankung und betrifft das zentrale Nervensystem, vor allem Gehirn, Rückenmark und Sehnerven. Schon lange vermuten Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitamin D und dem Risiko an MS zu erkranken. So kommt es in nördlichen Breiten wesentlich häufiger zu MS-Erkrankungen als in südlichen. Als Ursache gilt das fehlende Sonnenlicht, denn der Mensch bildet Vitamin D in der Haut unter Einwirkung von UV-Strahlung.

Wissenschaftler stellten die Theorie auf, dass ein Vitaminmangel während kritischer Entwicklungsphasen zu einem schwachen Myelin führen könnte. Myelin bildet den fetthaltigen Schutzmantel um Nerven. Bei MS kommt es zu entzündlichen Veränderungen und Schäden in diesem Schutzmantel. Ein geschwächtes Myelin wäre anfälliger für einen Schaden. Studien kamen diesbezüglich bislang zu widersprüchlichen Ergebnissen. Manche zeigten, dass ein hoher Vitamin D-Spiegel vor MS im Erwachsenenalter schützt, andere ergaben, dass eher ein hoher Vitamingehalt in der Schwangerschaft das Risiko des Nachwuchses erhöht.

Dieser Frage auf den Grund gingen nun Cassandra Munger und Mitarbeiter der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston. Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel in der Frühschwangerschaft und dem Auftreten von MS bei den Kindern.


Studienergebnisse lassen Zusammenhang vermuten

Es zeigte sich, dass der durchschnittliche Vitaminwert im Serum (25(OH)D) der Mütter im ersten Schwangerschaftsdrittel  unter 12.02 Nanogramm pro Milliliter lag. Für Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft unter einem Vitaminmangel litten, ergab sich ein 90 Prozent höheres MS-Erkrankungsrisiko als für Kinder von Müttern, deren Vitamin D sich in einem höheren Bereich bewegte.

Die Ergebnisse der in "JAMA Neurology" veröffentlichten Studie lassen einen Zusammenhang zwischen Vitaminmangel während der Schwangerschaft und einem erhöhten MS-Erkrankungsrisiko bei den Kindern vermuten. Unklar bleibt, ob es eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt. Grenzen der Studie liegen im Messen des Vitamin D-Spiegels des Mutter. Dies ist nicht dasselbe wie die Messung der Vitaminexposition beim Fetus. Die Wissenschaftler fordern weitere eingehende Untersuchungen des Zusammenhangs.

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.03.16Zum AnfangZurück

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