Mit Meditation negative Gefühle kontrollieren

Wer nach einer Möglichkeit sucht negative Emotionen besser zu kontrollieren, sollte es vielleicht einmal mit der achtsamkeitsbasierten Meditation probieren. Sie hilft, negative Gefühle zu kontrollieren, so US-Forscher.


Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet ein aufmerksames, nicht wertendes Einlassen auf den Moment, Dinge einfach wertfrei wahrzunehmen, sie sein zu lassen wie sie sind, ohne dass sie eigene Gefühle und Entscheidungen negativ beeinflussen. Achtsamkeit wird im Rahmen von Religionen, besonders im Buddhismus praktiziert und hat viele positive Auswirkungen. So kann das Immunsystem positiv beeinflusst werden, Aufmerksamkeit und Erinnerungen lassen sich verbessern und die graue Hirnsubstanz verdichtet sich. Achtsamkeit kann in verbesserter Empathie, Erleichterung in Beziehungen, bei der Suchtbekämpfung und der Stressreduktion hilfreich sein.

Wissenschaftler der Michigan State University konnten jetzt zeigen, dass die achtsamkeitsbasierte Meditation bei der Kontrolle negativer Gefühle wirksam ist – und das nicht bei geübten Personen, sondern auch bei unerfahrenen. In ihrer Studie nahmen 68 Frauen ohne Meditationserfahrung und mit unterschiedlich ausgeprägter natürlicher Achtsamkeit teil. 


EEG zeigt verbesserte Kontrolle durch Achtsamkeit

Die Teilnehmerinnen erhielten eine Elektrodenkappe, um ihre Hirnströme in der Elektroenzepahlographie (EEG) aufzuzeichnen. Ein Teil der Frauen nahm dann an einer Sitzung der geführten Meditation teil, der andere Teil hörte eine Präsentation zum Erlernen einer Sprache. Anschließend sahen sich die Studienteilnehmerinnen verstörende Bilder wie etwa eine blutüberströmte Leiche an. Die Frauen konnten sich die Bilder entweder achtsam oder ganz "natürlich" ansehen. Währenddessen zeichneten die Forscher das EEG auf. 

Unabhängig davon, ob die Teilnehmer von Natur aus viel oder wenig Achtsamkeit besaßen, konnten ihre Gehirne negative Gefühle in gleichem Ausmaß kontrollieren. Die achtsamkeitsbasierte Meditation schien dem emotionalen Gehirn zu helfen, sich nach dem Betrachten der aufwühlenden Bilder schneller zu erholen. Die Teilnehmerinnen waren in der Lage negative Gefühle zu kontrollieren.

Die Studie erschien im Journal "Frontiers of Human Neuroscience".

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.10.16Zum AnfangZurück

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