Leipziger Vierlinge werden acht Wochen alt - gesund und fit

Die Nachricht ging um die Welt: Am 6. Januar wurden in Leipzig eineiige Vierlinge geboren. Jetzt werden die Schwestern acht Wochen alt - und haben kräftig zugelegt. Vermutlich Mitte März dürfen sie nach Hause. 

Leipzig (dpa) - Die berühmten Patientinnen liegen mollig eingekuschelt in ihren Wärmebettchen auf der Frühchenstation im Leipziger Uni-Klinikum. Die eineiigen Vierlinge werden an diesem Freitag acht Wochen alt - und es geht ihnen richtig gut, wie der Frühchen-Mediziner Ulrich Thome sagt.

Den Brutkasten und die Überwachungsgeräte brauchen Kim, Jasmin, Sophie und Laura nicht mehr. Nur die Magensonden durch die Nasen sind noch da. Die kleinen Mädchen lernen aber gerade, selbst zu trinken. Sie bekommen aus kleinen, nur zehn Zentimeter hohen Baby-Fläschchen Spendermilch. Über die Magensonde wird nur noch zugefüttert. «Das ist ein allmählicher Prozess. Magensonde raus und dann sollen sie alles trinken - das funktioniert nicht», erklärt der Leiter der Neonatologie-Abteilung.

Inzwischen bringen die Vierlinge etwas mehr als zwei Kilogramm auf die Waage: Kim wiegt 2,28, Sophie 2,08 Kilo. Die beiden anderen liegen dazwischen. «Wenn weiter alles so gut läuft und sie alles können, was sie brauchen, dürfen sie etwa Mitte März nach Hause», sagt Thome.

Bis dahin steht den Winzlingen allerdings noch ein Eingriff bevor. «Sie haben alle vier einen Leistenbruch. Zwei von ihnen rechts und zwei links», erzählt der Arzt. «Das ist aber gar nichts seltenes bei Frühchen und nur ein kleiner Eingriff.» Den Anfang machte am Montag Sophie.

Auf der Frühchenstation kümmern sich insgesamt 60 Krankenschwestern rund um die Uhr um vorzeitig geborene Babys. «Seit Jahresanfang hatten wir 113 Kinder auf der Station, 18 mehr als im Vorjahr», sagt Thome. Aktuell sind drei Zwillingspärchen dabei. Die Chance auf eineiige Vierlinge liegt bei 1:13 Millionen. Die Mädchen sind also etwas ganz besonderes - auch für das medizinische Personal. Eigens abgestellte Schwestern gibt es aber nicht.

Kim, Jasmin, Sophie und Laura waren in der 28. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden. Die Eltern kommen jeden Tag in die Klinik. Die Mama kuschelt abwechselnd mit den Kleinen. Auch die Oma des Quartetts ist oft dabei. Die 54-Jährige geht nach der Arbeit mit ins Krankenhaus, windelt und füttert die Babys. Wenn die Vier nach Hause kommen, will sie weiter für die Mädchen und ihre Tochter da sein. Sogar in den Urlaub soll es gemeinsam gehen: Für den Sommer sei schon eine Ferienwohnung auf einem Bauernhof gebucht. Denn der große Bruder der berühmten Vierlinge solle auch seinen Spaß haben, meint Oma Petra.

Quelle: Von Gitta Keil, dpa01.03.12Zum AnfangZurück

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