Kontrastmittel - wie sicher sind sie?

Millionen von Menschen erhalten jährlich eine magnetresonanztomographische Untersuchung. Ein dabei häufig verwendetes Kontrastmittel steht im Verdacht, zu Ablagerungen im Gehirn zu führen.

 

 

Forscher untersuchen verschiedene Typen des Kontrastmittels im Tierversuch

 

Beim Magnetresonanzuntersuchungen (MRT) verwenden Ärzte häufig ein Kontrastmittel, das auf dem Schwermetall Gadolinium basiert. Es soll nach der Untersuchung über die Nieren ausgeschieden werden. Jetzt melden Forscher bezüglich eines bestimmten Typs des Kontrastmittels Sicherheitsbedenken an. In Tierstudien zeigte sich, dass Gadolinium im Gehirn abgelagert wird.

 

Französische Forscher hatten Ratten wiederholt fünf Wochen lang zwei Typen des Gadolinium basierten Kontrastmittels verabreicht. Eine Gruppe der Tiere erhielt fünf Wochen lang eine Serie von Injektionen mit Gadodiamid, ein sogenanntes lineares Gadolinium-Kontrastmittel. Eine weitere Gruppe bekam eine andere Art des Kontrastmittels, ein sogenanntes makrozyklisches Gadolinium-Kontrastmittel (Gadoterat-Meglumin). Eine dritte Gruppe bekam eine inaktive Salzlösung.

 

Tiere mit dem linearen Typ des Kontrastmittels wiesen im MRT mit der Zeit Ablagerungen des Gadoliniums im Gehirn auf. Der andere Typ des Kontrastmittels verursachte diese Ablagerungen nicht. Die Ablagerungen waren auch lange nach den Injektionen nachweisbar.

 

 

Werden Kontrastmittel vom Markt genommen?

 

Diese Ergebnisse haben in der Vergangenheit auch schon andere Untersuchungen ergeben. Es ist auch bekannt, dass lineares Gadolinium in seltenen Fällen die Nieren schwer schädigen kann. Deshalb wurden makrozyklische Kontrastmittel entwickelt.

 

Die Wissenschaftler prognostizieren, dass verschiedene Kontrastmittel bald nicht mehr zur Anwendung kommen werden. Auch Patienten sind möglicherweise nicht mehr gewillt, sich diese Kontrastmittel verabreichen zu lassen.

 

Unklar ist, welche möglichen Konsequenzen die Ablagerungen des Schwermetalls haben. Die Ablagerungen haben auch bei neurologischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose (MS) eine Bedeutung, denn in der Diagnostik könnte unklar sein, ob die Kontrastmittelanreicherungen im MRT auf Hirnläsionen bei MS oder auf Ablagerungen des Kontrastmittels zurückzuführen sind.

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.07.15Zum AnfangZurück

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