Komplikationsrisiko in Kliniken sehr unterschiedlich

Bei der Häufigkeit von Komplikationen in deutschen Krankenhäusern gibt es große Unterschiede. So kommt es nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks im besten Viertel der Kliniken nur in rund zwei Prozent der Fälle im Lauf eines Jahres zu einem Misserfolg, der eine erneute Prothese nötig macht. Im schlechtesten Viertel der Kliniken sind es mehr als fünf Prozent.

Dies geht aus einer in Berlin veröffentlichten Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Auch in anderen Bereichen gibt es Unterschiede.

Nimmt man chirurgische Komplikationen, Hüftbrüche, Thrombosen und anderes zusammen, zeige sich bei dem Viertel der Krankenhäuser mit den geringsten Problemen eine Komplikationsquote von 8,2 Prozent - im Vergleich zu fast 15 Prozent bei dem Viertel mit den höchsten Raten.

Die aktuellen Komplikationsraten der AOK-Patienten insgesamt betragen bei der Implantation von Kniegelenksendoprothesen 8,6 Prozent, bei nicht akut nötigen Hüftgelenksendoprothesen 11,2 Prozent, bei Prothesen nach einem Oberschenkelbruch 23,6 und bei Gallenblasenentfernungen 10,3 Prozent.

Der Kassen-Spitzenverband hatte zuletzt mehr Transparenz gefordert. So müssten Patienten mit einem Oberschenkelhalsbruch nahe dem Hüftgelenk laut einer anderen Studie oft länger als 48 Stunden auf eine Operation warten. Seit Einführung entsprechender Prüfungen 2003 werden immer mehr Klinik-Bereiche von Instituten, die die Klinikdaten auswerten, unter die Lupe genommen. Die Mehrheit der Kliniken erreicht heute vorgegebene Ziele.

Doch vieles liegt weiter im Dunkeln. So wurde Frauen 2011 circa 135 000 Mal die Gebärmutter entfernt - Komplikationen gibt es nur selten. Doch ob die Entfernung immer nötig ist, lässt sich aus den aktuellen Zahlen nicht ablesen.

Quelle: dpa24.11.12Zum AnfangZurück

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