Kaffee schützt vor Multipler Sklerose

Wer meint, zu viel Kaffee zu trinken, hat oftmals ein schlechtes Gewissen. Studien zeigen, dass das schwarze Gebräu einige positive gesundheitliche Auswirkungen hat. Sogar vor Multipler Sklerose soll es schützen, so das Ergebnis einer Studie schwedischer Wissenschaftler.


Koffein schützt die Nerven

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Man geht von einem Autoimmunprozess aus, bei dem das eigene Immunsystem das Nervensystem angreift und schädigt. Der Verlauf der Krankheit ist nicht vorhersehbar. Möglich ist ein gutartiger Verlauf ohne Schäden, die zu dauerhaften Einschränkungen führen. Bei schwererem Krankheitsverlauf kommt es jedoch zu Behinderungen unterschiedlichen Ausmaßes.

Anna Hedström und Mitarbeiter vom Karolinska Institut in Stockholm entdeckten jetzt, dass ein hoher Kaffeekonsum vor MS schützen könnte. Kaffee enthält neben Koffein über 1.000 biologisch aktive Komponenten. Koffein selbst stimuliert das zentrale Nervensystem. Es wirkt neuroprotektiv, indem es die Produktion von Chemikalien hemmt, die bei der Entzündungsreaktion eine Rolle spielen.

Bereits frühere Studien ergaben, dass ein hoher Kaffeekonsum das Risiko für Herzgefäßerkrankungen wie den Herzinfarkt, Schlaganfall und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) senken kann. Im Tiermodell zur Alzheimerkrankheit sorgte Kaffee für eine intakte Blut-Hirn-Schranke.


Seltener MS bei mehr als sechs Tassen Kaffee

Die schwedischen Forscher verglichen nun 1.620 schwedische MS-Patienten mit über 2.700 gesunden schwedischen Bürgern. Es zeigte sich, dass Studienteilnehmer, die weniger Kaffee tranken, ein höheres Risiko für MS aufwiesen. Studienteilnehmer, die mehr als sechs Tassen Kaffee (mindestens 900 ml pro Tag) am Tag tranken, wiesen ein um 28 bis 30 Prozent reduziertes MS-Risiko bei Beginn von Symptomen und auch fünf Jahre zuvor auf.

Auch wenn der endgültige Beweis des MS-schützenden Effekts von Kaffee noch aussteht, reiht sich dieses Studienergebnis in die Vielzahl der Untersuchungen ein, die über günstige gesundheitliche Wlrkungen von Kaffee berichten. Zukünftige Studien sollten klären, welche Mechanismen für den MS-protektiven Effekt verantwortlich sind, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry".

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.03.16Zum AnfangZurück

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