Beziehung: Reden hält Sex am Leben

Frauen, die mit einem Partner zusammenleben, verlieren mit der Zeit doppelt so wahrscheinlich das sexuelle Interesse an dem Partner wie Männer. Eines kann offenbar helfen: Das Reden über Sex, ergab eine aktuelle Studie.


Verschiedene Faktoren setzen besonders der weiblichen Lust zu

Über viele Jahre und Jahrzehnte das sexuelle Interesse in Bezug auf den Partner aufrechtzuerhalten, ist für viele Paare gar nicht so einfach. Britische Forscher entdeckten, dass es Faktoren gibt, die das sexuelle Interesse beeinflussen. 

Die Forscher der Universität Southampton untersuchten die Daten einer dritten nationalen Untersuchung zu den sexuellen Einstellungen und Gewohnheiten von Briten, um herauszufinden, ob das Fehlen von sexuellem Interesse auch vom Geschlecht abhängt. Die Wissenschaftler wollten auch wissen, welche psychologischen Faktoren dabei eine Rolle spielen.

In ihrer Studie prüften die Forscher die Daten von mehr als 4.800 Männern und fast 6.700 Frauen zwischen 16 und 74 Jahren, die mindestens ein Jahr mit einem Partner zusammenlebten. Ob sie in einer gleichgeschlechtlichen oder heterosexuellen Partnerschaft lebten, war nicht entscheidend.

Über 34 Prozent der Frauen gaben an, dass ihnen sexuelles Interesse fehlte. Das erging nur 15 Prozent der Männer so. 60 Prozent der von Lustlosigkeit betroffenen Frauen und mehr als 50 Prozent der betroffenen Männer gaben an, deshalb unter Stress zu stehen. 

Was der Lust zusetzte, waren verschiedene Faktoren, darunter im vergangenen Jahr an einer sexuell übertragbaren Erkrankung gelitten zu haben, nicht einvernehmlichen Sex gehabt zu haben, eine schlechte mentale oder körperliche Gesundheit oder sich dem Partner während des Sexes nicht emotional nahe zu fühlen.


Reden über Sex wirkt lustfördernd

Speziell Frauen litten unwahrscheinlicher an einem fehlenden sexuellen Interesse, wenn sie im Vorjahr mehrere Partner hatten und nicht nur einen. Der Lust entgegen stand Frauen auch das Leben mit einem Kind unter fünf Jahren sowie unterschiedliche sexuelle Vorlieben und Praktiken beider Partner. Auch eine Schwangerschaft wirkte sich negativ auf die Lust aus. Zudem war eine mangelnde sexuelle Kompetenz beim ersten Mal des Sexes mit einer Lustabnahme verbunden.

Interessant war, dass sowohl Frauen als auch Männer, die über Sex reden konnten, seltener das sexuelle Interesse verloren. Insbesondere erwies sich die Qualität und Dauer der Beziehung zusammen mit der Kommunikation und dem Austausch über Sex als wichtig. 

Ergebnisse der Untersuchung wurden im Journal "BMS Open" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.09.17Zum AnfangZurück

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