Frauen: Frühgeburt geht ans Herz

Frühgeburten kommen häufig vor und gefährden nicht nur die zu früh geborenen Kinder. Forscher fanden auch einen Zusammenhang mit der koronaren Herzkrankheit und einem Herzinfarkt bei den Müttern. Eine aktuelle Studie geht diesem Risiko auf den Grund.


Ist Frühgeburt ein Risikofaktor für Herzkrankheiten?

Werden Babys vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren, handelt es sich um eine Frühgeburt. In den USA ist etwa eines von zehn Kindern betroffen. Für Deutschland werden kaum geringere Zahlen angegeben. Früh geborene Kinder weisen je nach Geburtszeitpunkt verschieden große gesundheitliche Risiken auf. Es kann zu Entwicklungsstörungen und auch dem Tod von Kindern kommen, in erster Linie, weil möglicherweise wesentliche Entwicklungen des Gehirns noch nicht stattgefunden haben. Die letzten Wochen einer Schwangerschaft sind aber auch sehr wichtig für die Entwicklung von lebenswichtigen Organen wie Lunge und Leber.

Aber auch Mütter, die eine Frühgeburt erleiden, tragen ein höheres Gesundheitsrisiko. Studien ergaben einen Zusammenhang mit einem erhöhten Herzerkrankungsrisiko in späteren Lebensjahren. Unklar allerdings war bislang, ob dabei Lebensstilfaktoren einen Einfluss nehmen, die auch mit der frühzeitigen Beendigung der Schwangerschaft in Verbindung stehen, oder vorbestehende Herzrisikofaktoren bereits eine Rolle spielen.

Dies versuchten Wissenschaftler vom Brigham and Women's Hospital in Boston zu klären. Ihre Studie veröffentlicht sie in der Fachzeitschrift "Circulation", einem Journal der American Heart Association. Sie analysierten die Daten von mehr als 70.000 Frauen der großen "Nurses Health Study II", eine noch andauernde US-Studie zur Untersuchung der Risikofaktoren schwerer chronischer Krankheiten bei Frauen.


Forscher: Frauen mit Frühgeburt sollten gesund leben

Es zeigte sich, dass eine Frühgeburt mit einem um 40 Prozent erhöhten Herzerkrankungsrisiko verbunden war. Das Risiko fiel höher aus, wenn eine Frau mehr als eine Frühgeburt erlitten hatte. Frauen, die vor der 32. Schwangerschaftswoche entbunden hatten, wiesen ein doppelt so hohes Risiko für eine Herzgefäßerkrankung auf. Das Risiko war auch erhöht, wenn ein hoher Blutdruck in der Schwangerschaft berücksichtigt wurde.  

Die American Heart Association bemerkt, dass Frauen ein hohes Todesrisiko aufgrund einer koronaren Herzkrankheit aufweisen. Dieses erhöht sich nochmals, wenn sie vor dem Geburtstermin entbinden. Je früher die Geburt, desto höher fällt das Risiko aus. Frühgeburten sind demnach als Warnzeichen eines hohen Risikos für eine koronare Herzerkrankung zu verstehen. Betroffene Frauen sollte auf einen gesunden Lebensstil besonders viel Wert legen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.02.17Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: