Gebärmuttertransplantation für britische Frauen

Nach einem erfolgversprechenden Fall in Schweden, erhalten jetzt auch zehn britische Frauen ein Gebärmuttertransplantat. Dies soll Frauen ohne Gebärmutter ermöglichen, selbst ein Kind auszutragen. Der Eingriff und die später folgende Schwangerschaft sind allerdings mit großen Risiken behaftet.


 

Transplantation soll Schwangerschaft ermöglichen

 

Im Rahmen einer Studie sollen zehn Frauen aus Großbritannien per Spende eine Gebärmutter erhalten. Ärzte einer Ethikkommission des Imperial College London gaben dafür nun grünes Licht. Es soll sich um Frauen handeln, die ohne Gebärmutter geboren wurden, was eine Schwangerschaft unmöglich macht. Angaben zufolge kommt eine von 5.000 Frauen ohne Gebärmutter zur Welt. Wesentlich mehr Frauen noch verlieren ihre Gebärmutter etwa aufgrund einer Krebserkrankung. Möglich sind weitere Störungen der Funktion etwa durch Fehlbildungen oder Erkrankungen. 

 

Die Frauen sollen zwischen 24 und 38 Jahre alt und gesund sein. Ihr Gewicht sollte sich im Normalbereich befinden. Bereits 304 Frauen standen für die Studie zu Verfügung, von denen nur 104 die vorgegebenen strikten Studienaufnahmekriterien erfüllen. Zehn Frauen sollen nun aus dieser Gruppe ausgewählt werden.

 

Diese werden dann in einer mehrstündigen Operation eine gespendete Gebärmutter erhalten. Das Organ kann von Hirntoten, aber auch von Familienmitgliedern stammen. Nach der Transplantation erhalten Betroffene Medikamente, um eine Abstoßungsreaktion zu vermeiden.


 

Abstoßungsreaktionen und Fehlgeburten schmälern Erfolg

 

Diese sind auch während der gesamten Schwangerschaft nötig, zu der es zirka ein Jahr nach der Transplantation kommen soll. Vorher wurden die Eizellen der Frauen mit dem Samen des Partners befruchtet. Die gezeugten Embryos werden dann in die Gebärmutter eingesetzt. 


In Schweden hatte vergangenes Jahr eine Frau mit transplantiertem Organ erstmalig ein Kind geboren. Eingriffe dieser Art verliefen bislang nicht erfolgreich, denn es besteht das Risiko einer Organabstoßung und einer Fehlgeburt. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.10.15Zum AnfangZurück

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