Forscher tüfteln an Bewegungspille

Sport ist gesund, das weiß jeder. Forscher möchten eine Pille entwickeln, die zumindest teilweise die Wirkung von Bewegung hat. Sie haben vor allem Menschen im Auge, die sich nicht bewegen können. Für alle anderen ist Bewegung und Sport besser als irgendeine Tablette.

 

 

Medikamente könnten Bewegung simulieren

 

Bewegung beeinflusst den Stoffwechsel, das Herzkreislaufsystem, das Gehirn und die Leber positiv. Auch die Gesundheit von Muskeln und Knochen sind von Bewegung abhängig. Forscher verstehen immer besser, welche molekularen Mechanismen hinter der verbesserten Funktion des Körpers durch Sport stecken.

 

Verschiedene Laboratorien machten sich deshalb daran, eine "Bewegungspille" zu entwickeln, mit der ähnlich positive Auswirkungen zu erzielen sind wie mit Bewegung. Sie testeten bereits Medikamente, die die Muskelzellen von Tieren ansteuern und die Muskelstärke und den Energieverbrauch verändern. Bislang ist Bewegung aber noch wirksamer als irgendeine Tablette.

 

 

Bewegung und Sport wertvoller als Medikamente

 

Zudem sind von körperlicher Bewegung mehr Vorteile zu erwarten, als dies mit einer Tablette je erreichbar wäre. Forscher untersuchten jetzt gegenwärtige Bemühungen zu einer "Bewegungspille", um einzuschätzen, ob solche Pillen in Zukunft therapeutisch eingesetzt werden könnten.

 

Tatsächlich halten sie das für möglich. Dies wären aber keine Medikamente, die Bewegung und Sport ersetzen sollten oder könnten. Bestimmte Patienten wie Rückenmarkverletzte, die gelähmt sind, könnten profitieren, da bei ihnen durch die fehlende Bewegung mit Gesundheitsstörungen zu rechnen ist.

 

Wichtig wäre, entwickelte Wirkstoffe hinsichtlich ihrer Nebenwirkungen genau zu untersuchen. Schützen müsste man solche Pillen möglicherweise auch vor Missbrauch. Die Forscher ziehen Vergleiche zum Doping. Noch steckt die Forschung zur Bewegungspille allerdings in den Kinderschuhen.

 

Ihre Untersuchung veröffentlichten die Wissenschaftler im Journal "Trends in Pharmacological Sciences".

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.10.15Zum AnfangZurück

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