Drogen: Rauchen als Rückfallrisiko

Raucher, die von illegalen Drogen loskommen wollten, sollten auch dem Nikotin abschwören. Dies steigert langfristig den Erfolg, keinen Rückfall zu erleiden und erneut abhängig zu werden, so US-Wissenschaftler.


Zigarettenentwöhnung ist keine Standardtherapie bei Suchtbehandlung

Menschen, die von Drogen abhängig sind, rauchen oftmals auch Zigaretten. Bei der Entzugstherapie Drogenabhängiger sollten alle Abhängigkeiten behandelt werden, allerdings wird der Zigarettenkonsum oftmals vernachlässigt und gehört nicht zur Routinetherapie.

Oftmals wird vermutet, dass es zu "hart" sei, auch noch auf Zigaretten zu verzichten, manche meinen auch, das Rauchen unterstütze möglicherweise den Erfolg des Entzugs von anderen Drogen. Wie sich das Rauchen langfristig auf die Abstinenz von anderen abhängigkeitsverursachenden Substanzen auswirkt, ist aber unklar. US-Epidemiologen gingen einem möglichen Zusammenhang auf den Grund.

Sie untersuchten die Daten von annähernd 35.000 Personen, die illegale Drogen eingenommen hatten und an einer nationalen Beobachtungsstudie zur Therapie der Alkoholkrankheit und anderen Abhängigkeiten teilgenommen hatten. 


Rauchstopp fördert Abstinenzerfolg

Es zeigte sich, dass Teilnehmer, die täglich oder nicht täglich rauchten, drei Jahre nach der Behandlung ein bis zu doppelt so großes Risiko aufwiesen, wieder rückfällig zu werden. Besonders betroffen waren Patienten, die bereits wiederholt rückfällig geworden waren und weiter rauchten. Studienteilnehmer, die das Rauchen aufgegeben hatten oder niemals geraucht hatten, hatten größere Chancen, nach drei Jahren von anderen illegalen Drogen abstinent zu sein.

Das Rauchen aufzugeben, wäre nicht nur für die allgemeine Gesundheit wichtig, so Andrea Weinberger vom Einstein College of Medicine. Zigarettenabstinenz sei besonders für Menschen wichtig, die von illegalen Drogen dauerhaft wegkommen möchten. Wenn weitere Untersuchungen den Zusammenhang bestätigen, könnte die Raucherentwöhnung zur Standardbehandlung einer Entzugstherapie werden und die Behandlungserfolge solcher Behandlungen verbessern, geht aus einer Pressemitteliung der Columbia University's Mailman School of Public Health hervor. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann28.03.17Zum AnfangZurück

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