Das angeborene Immunsystem - schon beim Säugling aktiv

Berlin (dpa) - Das Immunsystem ist ein über Jahrmillionen entstandener Schutz vor Erregern wie Bakterien, Viren und Pilzen. Neben dem erworbenen gibt es ein stammesgeschichtlich viel älteres angeborenes Immunsystem. Beide spielen über komplexe Mechanismen zusammen. Die erlernte, spezifische Abwehr entwickelt sich erst während der Auseinandersetzung mit einem Krankheitserreger. Das angeborene, unspezifische Immunsystem dagegen ist in der Lage, viele Eindringlinge schon beim ersten Kontakt unschädlich zu machen - oder sie gar nicht erst durchzulassen.

Schon beim Säugling ist die unspezifische Abwehr aktiv und greift alles Fremde im Körper an. Ein Großteil aller Infektionen wird von diesem Teil des Immunsystems erkannt und bekämpft. Auch die Haut gehört als Barriere gegen Eindringlinge dazu, ebenso die Magensäure, die mit der Nahrung aufgenommene Keime vernichtet. In Geweben und Organen werden Erreger von verschiedenen Abwehrzellen attackiert, etwa Makrophagen und natürliche Killerzellen. Sie können fremde Angreifer von körpereigenen Zellen unterscheiden.

Möglich wird das zum Beispiel durch spezielle Rezeptoren, die sogenannten toll-ähnlichen Rezeptoren (TLR). Sie erkennen allgemein verbreitete Strukturen auf der Oberfläche von Erregern. Andere Rezeptoren erkennen bestimmte Moleküle sich vermehrender Viren. Quasi jede Zelle im Körper verfügt zudem über eine Art Mitgliedsausweis, den sogenannten Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC). Zellen, die ihn nicht vorweisen können, werden binnen Minuten attackiert. Jeder Mensch besitzt unterschiedliche MHC-Marker auf seinen Zellen.

Manche Zellen des Immunsystems zerstören Angreifer selbst, andere senden Botenstoffe aus, um Teile der Abwehr zu alarmieren. Entzündungen und Fieber sind die Zeichen einer solchen Immunantwort.

Quelle: dpa04.10.11Zum AnfangZurück

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