Cholesterinmedikament schwächt Grippeimpfung

Nach Empfehlungen sollten sich Senioren gegen Grippe impfen lassen. Die Cholesterin-senkenden Medikamente der Gruppe der Statine senken aber offenbar die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung, fanden Wissenschaftler heraus.

 

 

 Statine dämpfen Immunantwort auf Grippeimpfung

 

Älteren Menschen ab 60 Jahren, vor allem wenn sie chronisch krank sind, wird hierzulande offiziell eine Grippeschutzimpfung empfohlen. Denn sie sind besonders empfänglich für schwerere Verläufe der Erkrankung. US-Forscher analysierten die Daten zur Immunantwort auf die Impfung an 7.000 US-Bürgern ab 65 Jahren. Die US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfehlen eine Impfung für über 65-Jährige.

 

Personen, die Statine zur Senkung des Cholesterinspiegels einnahmen, zeigten drei Wochen nach der Impfung gegenüber jenen ohne zusätzliche Einnahme dieser Medikamente eine reduzierte Immunantwort. Der Effekt war besonders stark bei Personen ausgeprägt, die synthetische Statine einnahmen. Die andere Gruppe von Statinen sind nichtsynthetische Präparate.

 

 

Statine senken Schutz vor Atemwegserkrankungen bei Grippe

 

Eine weitere Untersuchung von Grippedaten von 140.000 Menschen der Grippesaison aus 2002 bis 2011 ergab ebenfalls eine verminderte Wirkung der Grippeimpfung, wenn die Teilnehmer Statine einahmen. Der Fokus bei dieser Untersuchung lag auf dem Auftreten von Atemwegserkrankungen.

 

Lässt sich der Befund in weiteren Untersuchungen bestätigen, sollten manche Patienten vielleicht eine Impfung von höherer Dosierung erhalten. Möglich wäre auch ein Zusatz von Stoffen, die die Immunreaktion auf die Impfung mit sogenannten Adjuvantien verstärken. Solche Impfstoffe sind in Europa bereits zugelassen, nicht jedoch in den USA. Die Forscher fordern weitere Untersuchungen zum Thema und bei Bestätigung ihrer Ergebnisse veränderte Richtlinien und Empfehlungen. Betroffenen Patienten empfehlen die Forscher, ihren Arzt auf eine möglicherweise eingeschränkte Wirkung der Impfung anzusprechen.

 

Die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlichten die Wissenschaftler im "Journal of Infectious Diseases".

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.11.15Zum AnfangZurück

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