Brustentfernung: Narkose ohne Opiate vorteilhaft

Erhalten an Brustkrebs erkrankte Frauen bei Operationen eine Narkose ohne Opiate, brauchen sie nach dem Eingriff durchschnittlich geringere Mengen Schmerzmittel.


Viele Nachteile durch Opiateinsatz

Opiate, zu deren bekanntesten Vertretern Morphium und Opium gehören, dienen in Narkosen neben anderen Stoffgruppen dazu, den Körper unempfindlich gegen durch den Eingriff entstehende Schmerzen zu machen. Auch wenn der Patient während der Operation nicht bei Bewusstsein ist, ist eine zuverlässige Schmerzausschaltung während der Narkose wichtig. Opiate als hervorragende Schmerzstiller haben bei operativen Eingriffen jedoch nicht nur Vorteile. 

Zu Komplikationen durch Opiat-Narkosen nach Operationen zählen zum Beispiel Atemnot, Erbrechen, Juckreiz und Darmverschlüsse. Eine Studie an brustkrebskranken Frauen zeigt nun, dass auch der Einsatz weiterer Schmerzmittel nach der Operation höher ist, wenn während des Eingriffs Opiate zum Einsatz kamen.


Untersuchungen an Frauen nach Brustoperationen

An der Studie der European Society of Aneasthesiology nahmen 66 an Brustkrebs erkrankte Frauen teil, die sich einer Brustentfernung oder Brust erhaltenden Operation unterzogen. 33 Patientinnen erhielten eine Narkose ohne Opiate als schmerzstillende Komponente, die zweite Gruppe erhielt eine Opiat-Narkose. Nach dem Eingriff verfügten alle Frauen 24 Stunden lang über eine Schmerzmittelpumpe, die sie selbst nach Bedarf bedienen durften.

Frauen aus der Gruppe mit Opiat-Narkose brauchten innerhalb der 24 Stunden nach dem Eingriff im Schnitt 5 mg mehr Schmerzmittel als Patientinnen, die während der Narkose ein anderes Schmerzmittel erhalten hatten. Der durchschnittliche Schmerzmittelverbrauch beider Gruppen zusammen betrachtet lag bei 10,6 mg. Ein Unterschied von 5 mg ist statistisch also höchst relevant und könnte neben der Verminderung des Schmerzmitteleinsatzes nach Operationen zukünftig auch weitere Nebenwirkungen nach Eingriffen durch den Einsatz anderer Narkosekomponenten positiv beeinflussen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.06.16Zum AnfangZurück

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