Beeinflusst der Mond unser Verhalten?

Geht es um verschiedene Mondzyklen, sind viele Menschen abergläubisch. Doch kann der Mond unsere Stimmung und unser Verhalten tatsächlich beeinflussen? Dieser Frage ging nun eine Gruppe internationaler Wissenschaftler nach.


Beobachtung von Kindern

Seit jeher ranken sich um den Mond und seine Auswirkungen auf die Stimmung des Menschen viele Mythen. Forscher untersuchten das Schlafverhalten und die Verhaltensmuster von Kindern über einen Zeitraum von 28 Mondzyklen. Sie wählten Heranwachsende für ihre Untersuchungen, da ihr Verhaltens leichter beeinflussbar ist als das Erwachsener und da sie ein höheres Schlafbedürfnis haben.

Insgesamt nahmen 5.812 Kinder an der Studie teil. Ihre Herkunft verteilte sich über alle fünf Kontinente und sozialen Klassen. Auch andere Parameter wie Alter, Bildungsgrad der Eltern und Body-Mass-Index wiesen große Unterschiede auf.


Mond hat keinen Einfluss

Über 28 Monate beobachteten die Wissenschaftler das Verhalten der Kinder in den verschiedenen Mondzyklen Neumond, Halbmond und Vollmond. Im Vergleich zu Neumondphasen schliefen die Kinder bei Vollmond im Schnitt fünf Minuten kürzer. Ansonsten beobachteten die Forscher keinerlei Verhaltensänderungen. 

Aber auch die etwas kürzere Schlafdauer gebe kein Hinweis auf eine Beeinflussung durch den Mond, so Dr. Jean-Philippe Chaput, der Leiter der Studie. Fünf Minuten entsprächen einem Unterschied von einem Prozent und dieser sei statistisch mit der großen Anzahl von Studienteilnehmern erklärbar. Er betont auch, dass vielmehr Gene, Erziehung, Einkommen und soziale Faktoren Einfluss auf unser Verhalten nehmen als Gravitationskräfte. 

Während die Ergebnisse dieser Studie als eindeutig gelten, schließen Forscher dennoch nicht aus, dass Mondzyklen auf andere Weise Einfluss auf den menschlichen Körper nehmen könnten. Noch nicht geklärt ist zum Beispiel, ob unsere Biologie durch den Mond ähnlich beeinflusst wird wie durch die Sonne oder ob sich Beschwerden bei psychischen Störungen mit den Mondzyklen verändern. Diese Fragestellungen könnten Grundlage weiterer Studien bilden.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.05.16Zum AnfangZurück

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