Augentropfen gegen grauen Star

Die Entdeckung einer chemischen Substanz könnte die Behandlung des Grauen Stars (Katarakt) revolutionieren. Die Substanz per Augentropfen verabreicht, klärte bei Mäusen die getrübte Augenlinse. Das könnte zu kostengünstigen und zudem unblutigen Behandlungen der Linsentrübung führen.

 

 

Zusammenlagerung von Eiweißen führt zur Linsentrübung

 

Katarakte sind eine führende Ursache von Blindheit. Im Frühstadium der Erkrankung lassen sich möglicherweise noch mit verschiedenen Behandlungen Verbesserungen erzielen. Zum Einsatz kommen hier Vergrößerungslinsen, neue Brillengläser, hellere Beleuchtung und Sonnenbrillen mit bestimmten Gläsern. Greifen die Therapien nicht und nicht mehr, ist eine Operation unumgänglich. Bei der chirurgischen Behandlung werden die getrübten Linsen entfernt und durch künstliche ersetzt. Bei der Operation handelt sich um den weltweit am häufigsten durchgeführten Eingriff. Die Wirksamkeit der Behandlung ist zwar hoch effektiv, allerdings auch teuer und nicht jeder Betroffene weltweit hat Zugang zu dieser Therapie.

 

Ursache der Linsentrübung sind kristalline Strukturen aus Eiweißstoffen, die verklumpen, sodass weniger Licht durch die Linse dringt. Im Alter nimmt die Neigung zur Verklumpung zu.

 

 

"Komponente 29" auch bei anderen Krankheiten vielversprechend?

 

Forscher der University of California/San Francisco gelang es, unter ursprünglich 2.450 Substanzen einen Stoff zu entdecken, der nicht nur vor einer Zusammenlagerung der Proteine schützt, sondern überdies bereits bestehende Verklumpungen auflösen kann. Tests hatten die Wissenschaftler mit 29 bereits herausgefilterten Substanzen an Mäusen durchgeführt. Nicht nur im Tierversuch zeigten Augentropfen mit der als "Komponente 29" bezeichneten Substanz die beschriebene Wirkung, auch an operativ entfernten Kataraktlinsen des Menschen.

 

Die Entdeckung öffnet möglicherweise nicht nur die Tür zu neuen Katarakttherapien. Sie könnte auch hinsichtlich anderer Erkrankungen, die mit Proteinablagerungen und -verklumpungen einhergehen, wie die Alzheimererkrankung interessant sein. 

 

 

 

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.11.15Zum AnfangZurück

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