Antidepressiva gegen Prämenstruelles Syndrom

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) ist ein regelmäßig wiederkehrendes Beschwerdebild von vielen Frauen. Hormonelle Schwankungen sind die Ursache. Hilfreich könnte ein Antidepressivum sein, ergab eine Studie von britischen und brasilianischen Forschern. Dieses soll bei kurzer niedrig dosierter Einnahme wirksam sein.

 

 

Tage vor den Tagen sind oft schwierig

 

PMS ist ein Symptom-Komplex bestehend aus körperlichen und psychischen Beschwerden in den Tagen vor der Menstruation. Betroffene Frauen leiden unter Schmerzen und erhöhter Schmerzempfindlichkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Wassereinlagerungen (Ödeme), Gereiztheit, Depressionen u.a. Manche Frauen haben so starke Symptome, dass sie arbeitsunfähig sind. Viele empfinden die Tage vor der Periode als monatliche Belastung.

 

Das Auftreten von PMS hängt mit dem Abfall des weiblichen Sexualhormons Progesteron zusammen, der sich am Ende eines jeden Zyklus einstellt. Ebenfalls fällt ein Stoffwechelprodukt des Progesterons ab, Allopregnanolon, das im Gehirn eine beruhigende Wirkung entfaltet. Mit anderen Worten: Frauen erleben zum Ende des Zyklus eine Art von Entzugsreaktion von einem Stoff, der postiv auf das Gehirn wirkt.

 

 

Antidepressiva gegen PMS-Beschwerden

 

In einer aktuellen Studie konnten Forscher nun im Tierversuch zeigen, dass Antidepressiva wie Fluoxetin spezifische Enzyme im Gehirn hemmen können, sodass Symptome bei PMS und auch bei Depressionen nach der Geburt gelindert werden. Das von den Antidepressiva gehemmte Enzym kann das Progesteronabbauprodukt dann nicht mehr inaktivieren, sodass das natürliche Gleichgewicht im Gehirn wiederhergestellt ist.

 

Antidepressiva könnten demnach eine wirksame Möglichkeit der Therapie von Beschwerden bei PMS sein, die kaum Nebenwirkungen hat, so die Forscher. Eine weitere Studie der Wissenschaftler konnte die Wirksamkeit einer Kurzzeitbehandlung mit niedrig dosiertem Fluoxetin belegen. Die Forschungsarbeiten wurden in den Fachjournalen "European Neuropsyhopharmacology" und "British Journal of Pharmacology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.12.14Zum AnfangZurück

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