Altersschwerhörigkeit wird im Gehirn sichtbar

Altersschwerhörigkeit beeinträchtigt nicht nur das Hören und Verstehen, auch das Sprachverständnis nimmt ab. Dies ist offenbar in Hirnarealen sichtbar. Forscher vermuten, dass das Gehirn bei der Schwerhörigkeit eine Rolle spielt.


Gehirn ist am Sprachverständnis beteiligt

Ältere Menschen haben oft Probleme, Sprache in unruhiger und lauterer Umgebung zu verstehen und zu verarbeiten. Ursache ist teilweise auch eine abnehmende Sprachverarbeitung im Mittelhirn und in der Hirnrinde, zeigt eine Untersuchung an jüngeren und über 65-jährigen Erwachsenen.

Die Studienteilnehmer nahmen an einem Sprachverständnistest teil und ließen dabei ihre Hirnströme im Bereich des Mittelhirns und der Hirnrinde mittels Elektroenzephalographie (EEG) aufzeichnen. 

Ältere Menschen hatten größere Probleme, Sprache in ruhiger wie auch geräuschvoller Umgebung aufzunehmen. Sie benötigten mehr Zeit, akustische Signale zu verarbeiten und schnitten im Sprachverständnistest schlechter ab. Die Defizite waren auch im EEG nachweisbar.


Hörverlust durch Alterung

Der altersbedingte Hörverlust und eine eingeschränkte Sprachverarbeitung sind nicht allein den schlechteren Ohren zuzuschreiben, so die Wissenschaftler im "Journal of Neurophysiology". Das alternde Gehirn ist offenbar auch nur noch begrenzt fähig, die Bedeutung von Geräuschsignalen richtig zu interpretieren. 

Ab einem Alter von 50 Jahren etwa nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehörs ab. Als Ursachen gelten Verschleißerscheinungen im Innenohr selbst, aber auch am Hörnerv und im Hörzentrum. Lärmbelastung kann zu einem früheren und schnelleren Verlust der normalen Hörfähigkeit führen. Auch Krankheiten des Herzkreislaufsystems oder Stoffwechselkrankheiten können den natürlichen Alterungsprozess beschleunigen.

Schwerhörigkeit stellt sich nicht abrupt, sondern schleichend ein. Meist werden zunächst keine hohen Frequenzen mehr gehört, später ist das Sprachverständnis zunehmend eingeschränkt. Andererseits besteht oftmals eine Geräuschüberempfindlichkeit. Unbehandelt besteht das Risiko eines geistigen Abbaus. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann13.10.16Zum AnfangZurück

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