Pille senkt Rheumarisiko

Die langjährige Einnahme der Antibabypille könnte Frauen vor Rheuma schützen, fanden Wissenschaftler heraus. Das geringste Risiko könnten Frauen aufweisen, die sieben Jahre und mehr auf die Verhütungsmethode zurückgriffen, zeigt eine Studie.


Forscher wollen Geschlechtsunterschiede bei Rheuma klären

Rheuma kommt bei Frauen zwei- bis dreimal häufiger vor als bei Männern. Die Vermutung, dass Hormone oder Faktoren der Fortpflanzung eine Rolle spielen könnten, liegt nahe und hilft, die unterschiedlichen Erkrankungszahlen bei beiden Geschlechtern zu erklären. Studien dazu kamen jedoch bislang nicht zu klaren Ergebnissen.

Schwedische Wissenschaftler prüften deshalb, ob die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel oder das Stillen das Risiko von Rheuma bei Frauen beeinflusst. Sie untersuchten die Daten von Frauen, die an einer nationalen epidemiologischen Studie zur Erforschung von Rheuma teilgenommen hatten. Die Studienteilnehmerinnen hatten bereits mindestens ein Kind zur Welt gebracht.

Die innerhalb von 18 Jahren diagnostizierten Fälle von Rheuma an mehr als 2.800 Frauen verglichen die Forscher mit Daten von über 5.300 zufällig ausgewählten Frauen der Allgemeinbevölkerung. Blutproben dienten der Untersuchung auf Antikörper für Rheuma (ACPA). Eingehende Interviews ließen Rückschlüsse auf die Anwendung von Verhütungsmitteln und Stillzeiten zu.


Pilleneinnahme über sieben Jahre könnte Frauen schützen

Frauen, die in ihrem Leben zu irgendeinem Zeitpunkt die Pille zur hormonellen Verhütung eingenommen hatten, wiesen ein geringeres Rheumarisiko auf als jene, die niemals auf diese Art verhüteten. Das Rheumarisiko war für Frauen, die gegenwärtig die Pille einnahmen, um 15 Prozent und für Frauen, die in der Vergangenheit mit Tabletten verhütet hatten, um 13 Prozent reduziert.

Der Zusammenhang hatte auch für Frauen Bestand, die positiv auf den Rheumaantikörper getestet wurden, auch wenn Risikofaktoren wie das Rauchen berücksichtigt wurden. 

Frauen, die die Pille über sieben Jahre lang einnahmen, wiesen ein um 19 Prozent reduziertes Rheumarisiko auf. Stillen dagegen beeinflusst das Rheumarisiko nicht, heißt es in der im Fachjournal "Annals of the Rheumatic Diseases" veröffentlichten Studie. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.09.17Zum AnfangZurück

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