Herz, Kreislauf: Absetzen von ASS ist riskant

Wer einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hat, erhält vorbeugend Acetylsalicylsäure (ASS) in geringer Dosierung, um einem erneuten Herzkreislaufereignis vorzubeugen. Das Absetzen dieser Medikamente kann gefährlich sein, finden Forscher heraus. ASS ist als Schmerzmittel bekannt, hilft aber auch, das Blut vor Verklumpungen zu schützen.


ASS zur Blutverdünnung schützt vor Herzkreislaufkrankheiten

Eine Langzeitbehandlung mit niedrig dosierter ASS sollte nicht unterbrochen werden, so Epidemiologen der Universität Uppsala in Schweden. Das für bessere Fließeigenschaften des Blutes sorgende Medikament soll Patienten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall vor einem erneuten Krankheitsereignis schützen. Das Medikament erhalten auch Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herzkreislaufkrankheiten.

Nach Erfahrungen der schwedischen Wissenschaftler nehmen jedoch zehn bis zwanzig Prozent der Patienten verschriebenes ASS nicht kontinuierlich ein. Die meisten unterbrechen die Therapie in den ersten drei Jahren nach dem Infarkt des Herzens oder des Gehirns. Die Forscher untersuchten, welche Auswirkungen das hat.

Sie prüften die Daten von mehr als 600.000 Patienten über 40 Jahre, die ASS erhielten, um einem wiederholten Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Im ersten Jahr nahmen 80 Prozent der Patienten die Medikamente zur Blutverdünnung ein. 


Forscher empfehlen kontinuierliche Einnahme von ASS

Im Beobachtungszeitraum von vier Jahren ereigneten sich in etwas mehr als 62.000 Fällen ein Herzinfarkt, Schlaganfall oder der Tod aufgrund einer Herzkreislaufkrankheit, heißt es im Fachjournal "Circulation".

Berechnungen zufolge hatten Patienten, die ASS nicht regelmäßig einnahmen, ein höheres Risiko für ein erneutes schweres Ereignis an Herz oder Gehirn. Ihr Risiko war um 37mal höher als das von Patienten, die ASS wie verordnet regelmäßig einnahmen. Den Forschern zufolge muss ein Patient von 74 Personen, die ASS nicht regelmäßig einnehmen, mit einem erneuten schweren Krankheitsereignis rechnen. 

"Die Einnahme von niedrig dosiertem ASS ist einfach und nicht teuer", so die Wissenschaftler. Kommt es unter der Behandlung zu keinen Blutungen und steht keine größere Operation bevor, empfehlen sie die Behandlung fortzusetzen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann06.10.17Zum AnfangZurück

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