Darmkrebs: Rote Trauben könnten schützen

Ein Extrakt aus roten Trauben hat möglicherweise das Potenzial, vor Darmkrebs zu schützen, entdecken Wissenschaftler. Darmkrebs ist eine der am häufigsten vorkommenden Krebserkrankungen.


Darmkrebs kommt bei Frauen und Männern häufig vor

Darmkrebs ist in Deutschland bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebskrankheit. Insgesamt erkrankten nach den Zahlen des Krebsinformationsdienstes im Jahr 2012 über 28.000 Frauen und mehr als 33.500 Männer an Dickdarmkrebs. Experten machen dafür unter anderem den Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten verantwortlich.

Wissenschaftler der Pennsylvania State University untersuchten jetzt die Auswirkungen eines Extrakts aus roten Trauben auf Darmkrebsstammzellen. Das Extrakt bestand aus Resveratrol, ein Polyphenol, das in Trauben, rotem Wein, Erdnüssen und verschiedenen Beeren enthalten ist. Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass fast alle Krebserkrankungen von Krebsstammzellen ausgehen.

Das Extrakt testeten die Forscher an 52 Mäusen mir Darmkrebs. Diese wurden in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt eine Ernährung mit dem Traubenextrakt, eine zweite Gruppe erhielt das antientzündlich wirkende Medikament Sulindac, das nachweislich das Krebswachstum bei Menschen reduzieren kann, und eine dritte Gruppe wurde ohne Zusätze normal ernährt.


Kombination von Naturstoffen aus Trauben wirkte am besten gegen Darmkrebs

Die Anzahl der Tumoren, die Mäuse mit Traubenextrakt aufwiesen, war um 50 Prozent reduziert. Eine ähnlich gute Wirksamkeit hatte auch das Medikament Sulindac. Allerdings wies die natürliche Komponente aus roten Trauben keine toxischen Wirkungen im Gastrointestinaltrakt auf. Im Labor ließen sich die Ergebnisse an Krebsstammzellen reproduzieren und die molekularen Mechanismen der Wirksamkeit bestimmen.

Am besten wirkte den Ergebnissen zufolge eine Kombination aus Resveratrol und einem Extrakt aus dem Samen der roten Trauben. 

Die Forscher veröffentlichten ihre Studie im Journal "BMC Complementary and Alterative Medicine".

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.06.17Zum AnfangZurück

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